Kennenlernen-Tag zum Ausbildungsstart im Kursana Domizil Aurich (v.l.n.r.): Gina Rehl, die drei Praxisanleiter Martin Post, Lena Schütte und Anne Deeter, Nadine Kuhlmann, Anita Markovic, Antonia Krause, Dion Onnen, Paula Gelmers, Pia Willms und Pflegedienstleiterin Martina Janssen. ©Kursana
Während viele Betriebe bei der Besetzung ihrer Ausbildungsplätze Schwierigkeiten haben, konnte das Kursana Domizil Aurich in diesem Jahr hochmotivierten Nachwuchs für die Pflege gewinnen: Gleich sieben Auszubildende starteten dort im August mit einem Kennenlerntag in die Qualifizierung zur Pflegefachkraft oder in zwei Fällen in die Ausbildung zum Pflegeassistenten.
„Wir haben auf Ausbildungsmessen und in der Auricher Realschule die Ausbildung und unser Unternehmen vorgestellt und dabei konkret aus dem Pflegealltag berichtet“, erzählt Direktorin Kati Klonz. „Bei solchen Terminen stelle ich immer wieder fest, dass viel Aufklärung über den Pflegeberuf nötig ist. Dass Fachkräfte als Bindeglied zwischen Bewohnern und Ärzten und Therapeuten eine vielfältige und medizinisch anspruchsvolle Tätigkeit ausüben ist genauso wie die guten Verdienstmöglichkeiten in der Ausbildung und später im Beruf noch weitgehend unbekannt.“ Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg bei der Besetzung der Ausbildungsstellen sei die gezielte Förderung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bei der Weiterqualifizierung, sagt die Direktorin.
Mit Paula Gelmers und Dion Onnen starten zwei junge Schulabgänger mit dem Realschulabschluss direkt in die dreijährige generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau und -mann, bei der sie neben der stationären Pflege auch Einblick in die Arbeit bei einem ambulanten Dienst, im Krankenhaus, in der Psychiatrie und in der Kinderkrankenpflege bekommen. Nadine Kuhlmann, Anita Markovic und Gina Rehl bringen bereits Berufserfahrung mit. Mit der abgeschlossenen zweijährigen Ausbildung zur Pflegeassistentin zusätzlich zum Hauptschulabschluss ist für sie die Weiterqualifizierung zur Fachkraft möglich.
Gina Rehl hat für ihre Fachkraftausbildung sogar die Einrichtung gewechselt. „Mein Partner arbeitet hier im Domizil und hat mir vom guten Teamgeist im Haus und dem wertschätzenden Umgang mit den Bewohnern auf dem Demenzbereich berichtet“, erzählt die 19-Jährige, die mit Betroffenen auf dem geschützten Wohnbereich „Pingelhus“ arbeiten möchte. „Es fällt mir leicht, demenziell Erkrankte in ihre eigenen Welten zu begleiten und ich freue mich, wenn ich mit ihnen schöne Momente teilen kann.“
Pia Willms macht nach der Schule vorerst die zweijährige Ausbildung zur Pflegeassistentin. Da Antonia Krause neben dem Hauptschulabschluss auch Berufserfahrung als angelernte Pflegehelferin mitbringt, kann die 30-Jährige diese Ausbildung sogar auf ein Jahr verkürzen. „Ich habe früher als Reinigungskraft gearbeitet und wollte mich vor drei Jahren im Domizil eigentlich als Servicekraft in der Küche bewerben. Dabei wollte ich schon immer in die Pflege“, erzählt sie lächelnd. „Die Direktorin hat mir als Pflegehelferin eine Chance gegeben und immer Mut gemacht, mich weiter zu qualifizieren. Dadurch bin ich viel selbstbewusster geworden.“ Kati Klonz konnte für Antonia Krause sogar eine Förderung beantragen, so dass sie ihre Ausbildung ohne finanzielle Einbußen absolvieren kann. Außerdem werden die angehenden Assistentinnen genauso wie die Fachkraft-Auszubildenden durch einen Praxisanleiter vier Stunden pro Woche darin unterstützt, den Unterrichtsstoff im Pflegealltag umzusetzen und sich auf Prüfungen vorzubereiten.
Zur Begrüßung erhielten die neuen Auszubildenden eine Schultüte gefüllt mit Lernmaterial und „Nervennahrung“, anschließend konnten sie sich bei einem gemeinsamen Frühstück näher kennenlernen. Neben einer Hausführung und einer Einführung in die Hygienestandards bekamen sie viele Informationen zum Unternehmen und zum Ablauf ihrer Ausbildung. Außerdem lernten sie den neu geschaffenen Azubi-Raum kennen, in dem sie künftig mit Unterstützung ihrer Praxisanleiter gemeinsam lernen können. „Meine Aufregung ist schnell verflogen. Ich fühle mich im Team sehr gut aufgehoben“, sagt Gina Rehl. „Jetzt freue mich darauf, die Bewohner im Haus kennenzulernen.“
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