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Uschi Siegl (92), Anita Stutz (86) und Wilfried Gebhardt (77, v.l.n.r.) halten bei einer „Bewegungsgeschichte“ im „Haus am Park“ in Stralendorf spielerisch nach einem Reh Ausschau. ©Kursana

 
10.10.2018

„Herbstspaziergang“ im Seniorenheim

Mit mitreißenden „Bewegungsgeschichten“ motiviert Ergotherapeutin Daniela Trampenau die Senioren im „Haus am Park“ zu gymnastischen Übungen. Dieses Konzept spricht auch die demenziell erkrankten Bewohner an.

„Strecken Sie sich und atmen Sie tief die klare Herbstluft ein! Und jetzt rascheln Sie mit den Füßen durch das Laub! Moment mal…sind da vorn nicht Kastanien? Bücken Sie sich und sammeln Sie sie in Ihr Körbchen ein!“ Wenn Ergotherapeutin Daniela Trampenau die Senioren in der Gymnastikstunde des Kursana Domizils Stralendorf mit auf einen „Herbstspaziergang“ nimmt, sind sie mit Eifer bei der Sache. Auch die Bewohner im Rollstuhl dehnen und beugen sich und wenden sich dann mit einem Lächeln nach links und rechts, um „nach einem Reh Ausschau zu halten“. Der Freude der Senioren tut es keinen Abbruch, dass sie dabei nur in ihrer Phantasie unterwegs sind.

„Bei unseren Bewegungsgeschichten werden alle Übungen unterhaltsam verpackt“, sagt Daniela Trampenau, die in der Senioreneinrichtung die soziale Betreuung leitet. „Die Bewegungen sind eher spielerisch orientiert und sprechen dabei unbewusst die gewünschten Muskeln und Gelenke an. Besonders bei körperlichen und mentalen Einschränkungen wirken die Geschichten mitreißend und die Bewegungsabläufe werden dadurch automatisch fließender, logischer und organischer.“

Damit auch demenziell erkrankte Senioren mitmachen können, knüpfen die Geschichten stets an über Jahrzehnte vertraute Erlebnisse an:  So wie jeder Teilnehmer schon einmal durch einen herbstlichen Wald gelaufen ist, hat er im Sommer einen Ausflug an den Badesee gemacht. Neben jahreszeitlichen Themen eignen sich besonders alltägliche Dinge wie Anziehen, Waschen, Tiere versorgen oder Kochen für eine Übungsstunde. „Eine 90-jährige Bewohnerin hat in ihrem Leben bestimmt schon etliche Zentner Kartoffeln geschält und kann deshalb die Bewegung heute noch abrufen“, erklärt Daniela Trampenau.

Neben der Freude am Gemeinschaftserlebnis, der Förderung der Beweglichkeit und dem Erhalt der mentalen Fähigkeiten steht immer das persönliche Kompetenzerleben im Mittelpunkt: Für eingeschränkte Personen ist es genauso wie für Kinder motivierend zu erleben, dass sie mitmachen und etwas leisten können. „Manchmal muss ich staunen, was auch bei fortgeschrittener Demenz noch funktioniert, wenn man die Übungen spielerisch vermittelt“, hat Daniela Trampenau immer wieder festgestellt.

Die Übungen werden immer aus der Situation heraus entwickelt und den Fähigkeiten der Gruppe angepasst. Wenn die Bewohner so wie heute hoch motiviert sind und sogar selbst die Geschichte weitererzählen möchten, lässt sich eine Bewegungsgeschichte auch mit Konzentrationsübungen verbinden. „Immer wenn das Wort `Herbst´ in unserer Geschichte vorkommt, klatschen Sie zusätzlich in die Hände“, ruft Daniela Trampenau fröhlich in die Runde. Bald sind bei den Teilnehmern die Wangen gerötet und die Augen leuchten – fast so wie bei einem echten Spaziergang.

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