"Von Herz zu Herz" ist das Motto von Clown Spruit.
Lingen. So scherzt Spruit mit Kerstin Herzog, die eine neue Frisur hat, sie werde nun eine Karriere als Fotomodell machen. Die 53jährige, unter anderem durch Multiple Sklerose eingeschränkt, greift das gerne und lachend auf. Kerstin Herzog verständigt sich per Sprachcomputer, und auch das klappt mit dem Clown sehr gut. Die beiden freuen sich über ihre herzliche Begegnung.
Wer Spruit beim Besuch in Lingen beobachtet, begreift, warum es auf der Internetseite des Clowns heißt: „Contact van hart tot hart“, „Kontakt von Herz zu Herz“.
Im vergangenen Monat besuchte Spruit den schützenden Bereich der Einrichtung und nahm dabei den Kontakt von Herz zu Herz mit demenziell erkrankten Bewohnerinnen und Bewohnern auf, ebenfalls mit erstaunlichem Erfolg. Damals wurde auch ein weiterer Besuch, diesmal in der Jungen Pflege, vereinbart. Die Junge Pflege ist eine ein Konzept des Lingener Kursana Domizils, das sich auf die Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen ab 18 Jahren ausrichtet und wendet sich vornehmlich an Erwachsene, die aufgrund akuter neurologischer oder chronischer Erkrankungen oder wegen körperlicher und psychischer Folgen eines schweren Unfalls pflegebedürftig sind.
Florian Schulte, 23 Jahre jung, ist blind. Hören und Fühlen sind seine ausgeprägten Sinne. Spruit trifft ihn auf dem Sofa des Aufenthaltsraumes an. Der Clown nimmt eine Hand des 23jährigen, bewegt die Finger und singt dazu unterschiedliche Töne. Auch Florian Schulte hat schnell erst ein Staunen und dann ein Lächeln im Gesicht.
Bei Mark Stapper, Jahrgang 1987 und an Multipler Sklerose erkrankt, hat der Clown einen Zufallserfolg. Stapper grüßt und verabschiedet Menschen gerne mit einem langgezogenen „Ciao“. Spruit zieht eine Spieluhr aus der Tasche, es erklingt das italienische Lied „Bella Ciao“. Da singen beide inbrünstig mit.
Spruit alias Debora ter Horst ist professionell als Clown unterwegs, bevorzugt in Pflegeinrichtungen dies und jenseits der niederländischen Grenze. So eine Einrichtung wie die Junge Pflege bei Kursana in Lingen hat sie bisher noch nicht besucht. Denn Pflegeinrichtungen für junge Erwachsene sind relativ selten. Doch Erfolg hat der Clown auch hier, die von ihm Besuchten genossen ein schönes Erlebnis „von Herz zu Herz“. So findet es auch Gisela Freitag, Jahrgang 1969, auch sie durch Multiple Sklerose erheblich eingeschränkt. Für sie war die Begegnung mit Spruit im Kursana Domizil eines der schönsten Ereignisse in diesem Jahr. Davon, ist sie überzeugt, wird sie noch lange zehren.
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