Gern hätten die Senioren im Kursana Domizil auf der großen Leinwand noch mehr Spiele von Kimmich & Co gesehen, doch aufgrund der schlechten Leistungen des Nationalteams fieberten sie nur bei vier Spielen mit.
Mömbris. Sicherlich war der Auftritt des deutschen Teams bei der Fußball-Weltmeisterschaft enttäuschend, doch während der drei Spiele in der Gruppenphase und dann in der K.O.-Runde gegen Paraquay fieberten die Senioren im Kursana Domizil mit. Das Restaurant im verwandelte sich in eine Fußballarena. Das Team der Sozialen Betreuung baute eine große Leinwand auf, rückte Stühle zusammen und schuf eine Atmosphäre, die an frühere Fußballabende erinnerte. Schon mit dem Anpfiff war die Begeisterung spürbar. Die Emotionen, Freud und Leid, lagen dicht beieinander, und die Enttäuschung war groß, als Deutschland als Gruppensieger gegen Paraguay verlor.
Die Senioren erlebten die Spiele hautnah, brachten sich in Rage oder lästerten gelassen über die schlechten Leistungen der DFB-Mannschaft. Sie diskutierten Spielszenen und feuerten die deutsche Mannschaft lautstark an. Manche Senioren riefen begeistert „Deutschland vor – noch ein Tor!“
Immer wenn die Nationalmannschaft aufläuft, geht es für viele ältere Menschen um mehr als nur 90 Minuten Fußball. Erinnerungen werden lebendig, denn viele haben einen besonderen Tag, ein außergewöhnliches Fußballspiel, das Geschichten erzählt und Geschichte geschrieben hat, live miterlebt: Das Endspiel 1954 in Bern, als Deutschland im Finale Ungarn geschlagen hat. Der überraschende Sieg gilt bis heute als eines der prägendsten Ereignisse der deutschen Nachkriegsgeschichte. Historiker beschreiben das „Wunder von Bern“ als einen Moment, der vielen Menschen neues Selbstvertrauen vermittelte und den gesellschaftlichen Aufbruch der jungen Bundesrepublik symbolisierte.
Vor allem für Senioren besitz das Angebot, gemeinsam Fußballspiele zu sehen, einen hohen sozialen Wert. Das sogenannte Public Viewing fördert Kommunikation, aktiviert Erinnerungen und stärkt das Gemeinschaftsgefühl. Emotionale Erlebnisse schaffen Gesprächsanlässe, die die Generationen verbinden. Was auf der Leinwand beginnt, setzt sich oft noch lange nach dem Schlusspfiff in den Gesprächen der Bewohnerinnen und Bewohner fort. Allerdings nicht mehr bei der WM, sondern bei anderen Turnieren und wahrscheinlich bald mit Jürgen Klopp als Bundestrainer.
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