Direktorin Minna Gromzig und eine Bewohnerin der Kursana Residenz bewundern eine alte Teekanne. Bild: Kursana

 
19.07.2019

Schulstreiche und Teddybären

Erzählstunden verbinden die Bewohner der Kursana Residenz

„Erzählstunden“ über vergangene Zeiten gehören zu den besonderen Angeboten der Kursana Residenz Regensburg an ihre Bewohner. Der Austausch persönlicher Erinnerungen als Baustein im Betreuungsprogramm hat Vorbildcharakter.

Als Kinder haben sie auf der Straße gespielt. Selten kam ein Auto, wegen dem sie zur Seite weichen mussten. „Das war eine Zumutung“, erinnert sich eine Bewohnerin der Residenz. Viele Teilnehmer in der Runde nicken. Oder da ist in der gedanklichen Reise in die Vergangenheit die Geschichte von der Milchkanne. Damit einen halben Liter aus dem Milchladen zu holen, gehörte für mehrere Bewohner der Residenz einst zum Alltag.

Um einfach in Nostalgie zu schwelgen, ist nicht Sinn der Stunde, die einmal im Monat stattfindet. „Die Bewohner leben hier miteinander. Die sehr persönlichen Erinnerungen an frühere Zeiten auszutauschen und zu teilen stärkt das Gemeinschaftsgefühl“, erklärt Minna Gromzig, die Leiterin der Kursana Residenz und Moderatorin der Runde den Effekt.

Streiche in der Schulzeit sorgen für allgemeine Heiterkeit. Weihnachten? Da bekam die Puppe die Kleider frisch gewaschen und gebügelt „Natürlich sind die gedanklichen Reisen in die Vergangenheit auch ein hervorragendes Mittel, um das Gedächtnistraining zu ergänzen“, sagt die engagierte Direktorin Minna Gromzig, die die Stichworte und Begriffe vorgibt.

Manche Teilnehmer verraten Schätze aus früherer Zeit, die sie bis heute behüten: den Teddybär, alte Postkarten. Manche bringen ihre Schätze sogar zum Gespräch mit wie die alte Teekanne aus Emaille, die herum gereicht wird. Ein über hundert Jahre altes Kochbuch mit handgeschriebenen Rezepte in alter Sütterlinschrift lädt zum Blättern ein. Als Maaß galt noch das Lot. Schwarzwurzelsuppe oder Reisauflauf mit Vanille waren für verschiedene Geschmäcker.

Wehmut kommt beim Stichwort Tante-Emma-Laden auf. Die Erinnerung verbindet die Teilnehmer. Gut ist, dass es in der Schule den Rohrstock nicht mehr gibt, mit dem Linkshänder gezwungen wurden, mit der rechten Hand zu schreiben. Wie funktionierte der erste Toaster, der in den 1950er Jahren in den Haushalt kam? Telegramme? „Heute benutzt man das Handy“, holt jemand den Kreis in die Gegenwart zurück.

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