Pflegedienstleiter Ronald Belitz aus der Villa Reinbek gratulierte seiner Stellvertreterin Sonia Fietz zum Landessieg als beliebtester Pflegeprofi Schleswig-Holsteins.
Reinbek. Als Sonia Fietz Mitte Juli erfuhr, dass sie beim bundesweiten Online-Wettbewerb „Deutschlands beliebtester Pflegeprofi“ unter den 179 nominierten Pflegenden aus Schleswig-Holstein zur Landessiegerin gewählt worden war, konnte die Reinbekerin ihr Glück kaum fassen. „Das Schlimmste war, dass die Ergebnisse erst ein paar Tage später offiziell bekannt gegeben wurden und ich meinen Kolleginnen und Kollegen vorher nichts erzählen durfte“, sagt die Wohnbereichsleiterin und stellvertretende Pflegedienstleiterin aus der Villa Reinbek, die von ihrer Direktorin Corinna Pieper für den Pflegewettbewerb nominiert worden war. „Denn auch wenn ich als Person mein Gesicht zeige, ist es ein Sieg, den wir gemeinsam errungen haben. Das Team hat toll mit mir gekämpft, und so viele Reinbeker haben mitgefiebert und für mich gestimmt. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken.“
Anfangs war Sonia Fietz, die nicht gern im Vordergrund steht, skeptisch, ob sie bei der Abstimmung des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV) antreten möchte. „Doch dann habe ich gedacht: Topmodels und Superstars aus der Showbranche bekommen durch Wettbewerbe so viel Aufmerksamkeit in den Medien. Jetzt ist mal die Pflege dran“, sagt sie. Außerdem habe ihr die vielfältige Unterstützung, die sie bekommen hat, immer wieder Rückenwind gegeben: Die Bewohnerinnen und Bewohner und ihre Angehörigen haben für sie abgestimmt. Reinbeker Hausärzte, das italienische Restaurant „Il Posto“, das Eiscafé „Veneto“ und die Fahrschule Lucht rührten für Sonia Fietz die Werbetrommel. Nachbarn drückten die Daumen, und selbst fremde Reinbeker Bürger sprachen sie nach einem Presseartikel beim Einkaufen an und erkundigten sich nach dem Punktestand.
Persönlich warb Sonia Fietz in Pflegeschulen und beim Hamburger Schlagermove für sich, und noch am letzten Abend ging sie zusammen mit Corinna Pieper am Hamburger Alsterufer für einige Stunden auf Stimmenfang. „Dabei habe ich immer wieder meine Geschichte erzählt“, sagt sie. „Dass man es so wie ich auch mit Hauptschulabschluss und einem kleinen Kind schaffen kann, sich von der Pflegehelferin bis in eine Leitungsfunktion hochzuarbeiten. Und dass der Pflegeberuf bis heute in der Öffentlichkeit völlig unterbewertet wird: Wir sind hochqualifiziert und leisten eine anspruchsvolle, vielfältige Arbeit, für die wir von den Bewohnern viel Wertschätzung bekommen. Viele Menschen haben mir interessiert zugehört, und einige haben sich sogar dafür bedankt, dass ich mich so für die Pflege engagiere.“
Besonders berührt hat Sonia Fietz, dass auch ihr zwölfjähriger Sohn Leon ohne ihr Wissen in seiner Schule und bei Reinbeker Passanten um Stimmen für sie geworben hat. „Er hat den Menschen davon berichtet, wie schön die Pflege ist“, sagt Sonia Fietz bewegt. Sie freut sich darauf, dass sie Mitte September im Beisein von politischer Prominenz als Landessiegerin für Schleswig-Holstein ausgezeichnet wird. Und sie geht entschlossen in den PKV-Bundesentscheid, in dem die 16 Landessiegerinnen und -sieger für die Auszeichnung als „Deutschlands beliebtester Pflegeprofi“ antreten werden. Für die nächste Runde im Online-Voting im Oktober hofft Sonia Fietz darauf, dass sie erneut viele Stimmen auf der Webseite www.deutschlands-pflegeprofis.de bekommt.
„Mich hat der Ehrgeiz gepackt“, sagt sie lächelnd. „Ich möchte den Titel holen, weil ich noch viel mehr Menschen für den Pflegeberuf begeistern möchte.“
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