Stephanie Krüger (unten Mitte) freut sich auf das Miteinander der acht neuen Auszubildenden, von denen sechs die Ausbildung zur Fachkraft und zwei die zur Pflegeassistentin beginnen (hier mit den beiden Praxisanleitern Martin Post und Lena Schütte).
Aurich. Dass Stephanie Krüger unter den acht neuen Auszubildenden im Domizil Aurich mit ihren 45 Jahren die Älteste ist, stört die humorvolle Ostfriesin nicht. „Ich habe nichts dagegen, ein bisschen die Mama-Position einzunehmen, wenn ich die jungen Kolleginnen und Kollegen ohne Pflegeerfahrung unterstützen kann“, sagt sie lachend. Hochmotiviert startet die gelernte Hotelfachfrau, die bereits dreieinhalb Jahre Erfahrung in der Tagespflege mitbringt, in die anspruchsvolle dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau. „Ich würde mir wünschen, dass noch mehr gestandene Frauen in die Pflege hineinschnuppern und einen Neustart in der Lebensmitte wagen. Denn die Arbeit in der Pflege lohnt sich.“
Für die Ausbildung zur Hotelfachfrau hat sich Stephanie Krüger 1997 entschieden, weil sie gern Kontakt zu Menschen hat und es ihr Freude bereitet, für ihre Gäste unvergessliche Feiern zu gestalten. Doch nach 21 Jahren in Hotellerie und Gastronomie mit Dauerbelastung durch schweres Tragen streikte ihr Körper. Auf der Suche nach einer beruflichen Alternative bewarb sie sich als Hauswirtschafterin in der Tagespflege, wo sie den Senioren nicht nur frische Mahlzeiten zubereitete. Durch ihre Kommunikationsstärke und die Fähigkeit, Plattdeutsch zu sprechen, gewann sie bald die Herzen der alten Menschen. Nach der Fortbildung zur Betreuungskraft konnte Stephanie Krüger zudem mit gezielten Beschäftigungsangeboten die körperlichen und geistigen Ressourcen der Senioren fördern. Im Februar dieses Jahres begann sie, als Pflegehilfskraft im Domizil zu arbeiten.
„Es gefällt mir, dass ich hier nicht nur flüchtige Kontakte zu Menschen habe, sondern zu den Bewohnern eine echte Beziehung aufbauen kann“, sagt sie. „Da ich über die Krankheitsbilder und die medizinische Pflege mehr lernen möchte, habe ich nicht gezögert, als mir die Ausbildung zur Pflegefachfrau angeboten wurde.“ Durch die finanzielle Förderung von der Arbeitsagentur bekam Stephanie Krüger zudem die Chance, die Ausbildung ohne finanzielle Einbußen zu absolvieren.
„Ich freue mich riesig auf die Facheinsätze im Krankenhaus und beim ambulanten Dienst, um weitere Einsatzbereiche für Pflegekräfte kennenzulernen. Als Fachkraft stehen mir später so viele Türen offen, und in der Pflege kann man sich auch in Zukunft immer weiterbilden“, sagt Stephanie Krüger, die mit den jüngeren Kolleginnen und Kollegen in der Ausbildung gern eine gemeinsame Lerngruppe gründen möchte. „Ich bringe mehr Lebenserfahrung mit, die jüngeren sind technisch bestimmt fitter als ich. Ich bin gespannt, wie wir uns künftig ergänzen können.“
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