27.12.2024
Stille Samariterin mit Glück im Gepäck
Mission Nächstenliebe: Simone Awater hilft regelmäßig in Nepal
Bad Muskau. Diese Sächsin hat ein ganz großes Herz! Im Alltag betreut Simone Awater (56) Bewohner im Kursana Domizil Bad Muskau. Im Urlaub bricht sie jedes Jahr nach Nepal auf, um dort Not zu lindern. Dabei ist die Einzelkämpferin unerschrocken und nachhaltig unterwegs.
Simone ist noch immer innerlich aufgewühlt. Geriet sie doch im Herbst bei ihrer diesjährigen Reise nach Nepal in die verheerende Naturkatastrophe, die durch außergewöhnliche Spätmonsumregenfälle verursacht wurde. Die Folgen: Die ehrenamtliche Arbeit geriet zwischen Überschwemmungen und Erdrutschen in Turbulenzen. Doch die beharrliche Glücksbringerin hielt an ihrer Mission fest. So, wie bei den vergangenen Reisen in den letzten zehn Jahren auch. Dabei geht es um das kleine Glück für die Einheimischen: eine Ziege etwa für eine Familie oder Schulgeld für Waisenmädchen. Simone fördert behinderte Kinder, unterstützt Obdachlose. Ihre Lebenserfahrung und ihr Job in der Seniorenbetreuung im Kursana Domizil Bad Muskau helfen ihr dabei, selbst in schwierigsten Situationen bei 35 Grad einen kühlen Kopf zu bewahren. Der Alltag stellte die zweifache Mutter schon mehrmals auf eine harte Probe. Lange pflegte sie ihre Tochter 24 Stunden am Tag. Als sie mit 18 Jahren starb, spürte die treusorgende Mutter eine unbändige Leere. In all der Zeit ist sie doch zu einer Pflege-Expertin geworden. Ihre Schule: das Leben mit ihrer Tochter. Und oft fragte sich Simone, wohin sie nun mit all den Emotionen und Spezial-Kenntnissen soll. Durch Zufall lernte sie bei einer Urlaubsreise Nepal kennen. Sie war sofort fasziniert von der Schönheit des asiatischen Landes. „Aber die Armut dort machte mir schwer zu schaffen“, erinnert sie sich. So reifte in ihr der Entschluss, zu helfen. Unweit der Metropole Bharatpur fand sie Kontakte und baute ein kleines Netzwerk für karikative Aktionen auf. Seitdem zählt der Flecken Erde in einem der ärmsten Länder der Welt zu ihrer zweiten Heimat. „Dabei ist mir Nachhaltigkeit sehr wichtig“, betont Simone und nennt als Beispiel ihr Ziegenprojekt. „Eine Familie bekommt eine Ziege geschenkt. Gleichzeitig verpflichtet sie sich, bei Nachkommen eine junge Ziege an eine andere Familie zu verschenken. So entsteht ein Kreislauf, der vielen Nepalesen zugutekommt“, erläutert Simone. Wenn sie in Deutschland jeweils für zwei Monate zu ihrer Mission aufbricht, hat die unerschrockene Reisende auch stets Hilfsgüter und Herzerwärmer (Plüschtiere beispielsweise) bis zur zulässigen Höchstgrenze mit dabei. Diese verschenkt die Samariterin aus Sachsen dann vor Ort. Sie finanziert die Präsente zuvor u.a. mit Verkäufen auf Trödelmärkten. Dafür erhält sie zahlreiche Artikel von Freunden und Bekannten, die ihr Projekt unterstützen wollen. Natürlich bekommt sie auch kleine Spenden, die sie gern mit nach Nepal nimmt. „Mir helfen so viele tolle Menschen, denen ich einmal recht herzlich danken möchte“, betont Simone. Auch ihr Mann und ihr Sohn geben ihr Rückenwind. Am Ende jeder Reise nimmt sich Simone ein paar Tage frei und wandert ganz allein in die atemberaubenden Berge. Dabei tankt sie Kraft für ihre Arbeit im Kursana Domizil Bad Muskau und für die nächste Reise im Namen der Nächstenliebe.
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