02.10.2026
Eine Wolke aus Zuckerwatte schafft Erinnerungen
Was für gesunde Menschen alltäglich, vertraut und selbstverständlich ist, kann demenziell Erkrankte überfordern.
Berlin-Lichtenberg. Das müssen nicht immer ganz große Dinge sein. Manchmal fehlt zum Beispiel das Gefühl für Hunger oder Durst. Und nicht nur das. Mit der Zeit gehen zudem Dinge verloren, die früher selbstverständlich waren: die Bedeutung von Messer und Gabel, der Umgang mit Geschirr, die Tischregeln oder auch die Orientierung in einer gemeinsamen Essenssituation.
Die Mitarbeitenden im Kursana Domizil kennen diese Situationen und suchen immer wieder nach neuen Wegen, das Essen für die Bewohnerinnen und Bewohnern nicht zu einem Pflichterlebnis zu machen. „Wir möchten, dass unsere Bewohner Essen als etwas erleben, das ihnen Freude bereitet, Erinnerungen weckt und Sicherheit gibt“, erklärt Melanie Jahn, Leiterin Betreuung in der Einrichtung.
Dabei helfe die Erinnerungsarbeit. Ein vertrauter Duft, ein Geschmack, eine Melodie oder etwas, das an die eigene Kindheit erinnert, kann Türen öffnen, die längst verschlossen schienen.
In der Welt-Alzheimerwoche nutzten die Mitarbeitenden Zuckerwatte als Türöffner. Die kleine süße Wolke sei für viele ein Stück Kindheit mit Jahrmarkt, Kirmes, Sommererinnerungen oder bunten Lichtern. Vielleicht haben sie solch einen besonderen Moment schon seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt.
Es sei schön gewesen, zu sehen, wie Geruch und Geschmack der Zuckerwatte Erinnerungen hervorgerufen haben. Plötzlich sei da ein Lächeln gewesen, sei Freude aufgeblitzt, beschreibt Melanie Jahn den schönen Moment.
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