Durch seine einfühlsame Art ist Pflegeassistent Ali El Himer (57) bei Bewohnern und Kollegen gleichermaßen beliebt.
Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner im Kursana Domizil Bremen am Abend zur Ruhe kommen, beginnt der Dienst von Ali El Himer. Der 57-jährige Pflegeassistent aus Marokko lagert die Senioren, verabreicht die vorbereiteten Medikamente, ist Ansprechpartner bei Sorgen und Ängsten und informiert bei Problemen die Fachkräfte vor Ort. „Ali pflegt bei uns seit 20 Jahren mit Hingabe und bringt bei der Arbeit neben seiner Fachkompetenz auch sein großes Herz ein“, sagt Direktorin Sabine Häßner zum Dienstjubiläum ihres engagierten Mitarbeiters, der seit Jahren hauptsächlich im Nachtdienst arbeitet. Denn Ali El Himer möchte tagsüber für seine Frau und die vier Kinder da sein.
„Als Familienmensch bin ich am glücklichsten, wenn ich anderen helfen kann“, sagt Ali El Himer, der 1998 nach Bremen-Nord kam und dort zwei Jahre in einer Biogärtnerei arbeitete. Auf der Suche nach einer krisenfesten Arbeit lernte er die Pflege kennen und absolvierte an einer Fachschule die einjährige Ausbildung zum Pflegeassistenten. Als er den Abschluss in der Tasche hatte, wurde Ali El Himer durch eine Trennung zum alleinerziehenden Vater eines Kindes mit schwerer Behinderung. „Ich habe mich zwei Jahre lang ausschließlich um die Pflege meines Sohnes gekümmert“, erzählt er. „Im Domizil bekam ich dann die Möglichkeit, meine Dienste an die jeweilige Betreuungssituation des Kindes anzupassen.“
Anfangs arbeitete er im Frühdienst, dann entdeckte Ali El Himer seine Leidenschaft für Nachtdienste. „Ich weiß zu schätzen, dass ich nachts eine größere Verantwortung trage und den Menschen und ihren Schicksalen näherkomme. Es ist mehr Zeit, um zuzuhören und Kraft zu geben. Mit Tabletten allein kann man nicht heilen“, sagt Ali El Himer, der mittlerweile die deutsche Staatsbürgerschaft hat. Auf sieben Tage Dienst von jeweils 21 Uhr bis 6.30 Uhr folgt dann eine freie Woche, in der er sich ganz seinem mittlerweile 23-jährigen Sohn und drei weiteren Kindern im Alter zwischen zehn und vier Jahren widmen kann.
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