Die rumänischen Pflegekräfte Maria Cimpoesu, Ruben Toma, Flavia Amariei und Ancuta Radu (v.l.n.r.; es fehlt Gheorghe Kudor-Varga) werden von den Mitarbeitenden und den Bewohnern im Kursana Domizil Bremen gleichermaßen geschätzt. ©Kursana

 
28.08.2024

„Eine große Bereicherung für die Pflege“

Seit einigen Monaten arbeiten im Team vom Kursana Domizil Bremen fünf junge Pflegekräfte aus Rumänien, die sich mittlerweile bewährt und bestens integriert haben.

Als Flavia Amariei (26) und ihr Partner Ruben Toma (25) im Oktober 2023 aus Rumänien nach Bremen kamen, wussten die beiden nicht, was sie erwartet. Die Pflegekräfte waren über eine Agentur an das Kursana Domizil Bremen vermittelt worden, ohne die Stadt und ihren neuen Arbeitsplatz zu kennen.  „Ich war sehr aufgeregt“, erinnert sich Flavia Amariei. „Ich hatte große Angst, in der fremden Kultur etwas falsch zu machen. Aber wir wurden so herzlich aufgenommen und bekamen so viel Unterstützung, dass wir uns hier schnell wohl gefühlt haben.“ Mittlerweile arbeiten im Team der Senioreneinrichtung noch drei weitere rumänische Pflegefachkräfte, die Direktorin Sabine Häßner nicht mehr missen möchte. „Die Integration bedeutet am Anfang viel Arbeit für alle Kolleginnen und Kollegen, weil den Pflegekräften aus dem Ausland vieles fremd ist. Aber die Fünf sind hier so gut angekommen, engagieren sich und sind bei den Bewohnern beliebt. Sie sind eine große Bereicherung für die Pflege. Deshalb würde ich ausländischen Arbeitskräften bei uns immer wieder eine Chance geben.“

Flavia Amariei hat in ihrer Heimatstadt Iasi vier Jahre an der Hochschule für Medizin und Pharmazie studiert und ihren Abschluss als Gesundheits- und Krankenpflegerin gemacht. Eine Arbeit im Krankenhaus hat sie nicht bekommen, in einer Ästhetischen Privatklinik wurde sie schlecht bezahlt. Ruben Tomas Bruder, der bereits in der Seniorenpflege in Bremen arbeitete, erzählte den beiden von den guten Chancen, in Deutschland eine Festanstellung als Pflegekraft zu bekommen. Gemeinsam machte sich das Paar daran, Deutsch zu lernen bis zum B2-Abschluss, der für die Anerkennung der Fachkraft-Ausbildung in Deutschland vorausgesetzt wird. Ruben Toma hatte sein Studium zum Krankenpfleger nach einem Jahr abgebrochen und fing in Bremen als Pflegehelfer an. Auch Flavia Amariei wurde vorerst als Pflegehelferin in die Grundpflege der Senioren und die Hygienestandards eingearbeitet, bis sie nach der Anerkennung ihres Abschlusses in die medizinische Pflege einsteigen konnte. Bis heute lebt das Paar in einer von zwei voll eingerichteten Wohnungen, die Kursana für ihre Berufseinsteiger aus dem Ausland bereithält.

„Am Anfang war es schwer, alle medizinischen Begriffe auf Deutsch zu lernen, Pflegedokumentationen zu schreiben und Telefonate zu führen“, sagt Flavia Amariei. „Aber meine deutschen Kollegen haben mir bei allem geholfen, und ich habe die Bewohner ganz schnell liebgewonnen. `Bitte komm schnell zurück´ haben die Senioren gesagt, als ich zum ersten Mal nach Rumänien in den Urlaub gefahren bin.“ Als im Februar dieses Jahres weitere Kollegen aus Rumänien über eine Agentur ins Kursana Domizil Bremen vermittelt wurden, haben Flavia Amariei und Ruben Toma ihr erworbenes Wissen an die anderen weitergegeben, für sie übersetzt und sie als Paten bei Behördengängen begleitet. Mittlerweile sind alle fünf miteinander befreundet, kochen öfters zusammen und unternehmen in der Freizeit einiges gemeinsam. Flavia Amariei freut sich darüber, dass sie auch unter ihren deutschen Kolleginnen Freundinnen gefunden hat. Sie besucht regelmäßig ein Fitnessstudio und versucht, ihre neue Heimatstadt immer besser kennenzulernen. „Ich mag Bremen, auch wenn es hier häufig regnet und die Menschen oft sehr ernst sind“, sagt sie. Derzeit sucht sie zusammen mit Ruben Toma, dessen Bruder und seiner Partnerin ein Haus mit Garten, damit ein Herzenswunsch des Paares in Erfüllung gehen kann: Die beiden möchten endlich ihren Labrador-Hund, der derzeit noch bei den Eltern in Rumänien lebt, in ihr neues Zuhause in Bremen holen.

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