In gutem Kontakt miteinander: Die Auszubildende Betül Basak mit den Bewohnerinnen Margot Tietze (l.) und Renate Salmeri im Domizil Bremen.

 
11.09.2025

„Ich wünsche mir eine Zukunft in der Pflege“

2023 kam Betül Basak (23) mit ihrer kurdischen Familie aus der Türkei nach Bremen. Heute macht sie genauso wie drei ihrer vier Brüder die Ausbildung zur Pflegefachkraft.

Bremen. In ihrer Geburtsstadt Istanbul hat Betül Basak (23) zwei Jahre Luftverkehrsmanagement studiert, um später einmal die Abläufe auf großen Flughäfen zu organisieren und die Sicherheit der Passagiere zu gewährleiten. 2023 kam sie mit ihrer kurdischen Familie nach Bremen und hat sich entschieden, hier in der Pflege vom Kursana Domizil Bremen ganz neu anzufangen. „Alte Menschen brauchen Unterstützung, Liebe und Gespräche. Ich möchte für sie da sein und wünsche mir eine Zukunft in der Pflege“, sagt die engagierte junge Frau, die derzeit genauso wie drei ihrer vier Brüder die Ausbildung zur Pflegefachkraft macht.

Betül Basak hat in der Türkei nach dem Abitur als Verkäuferin und an der Rezeption eines Fünf-Sterne-Hotels gearbeitet, um sich ihr Studium zu finanzieren. Nach Deutschland kam sie mit der Entschlossenheit, schnell eine Arbeit zu finden. „Gleich in den ersten Tagen in Bremen habe ich meine Mutter in die Notaufnahme eines Krankenhauses begleitet. Wir mussten lange warten, da dort zu wenige Fachkräfte waren“, erzählt sie. „Danach habe ich recherchiert und festgestellt, dass hier überall Pflegekräfte gesucht werden und dass man als Fachkraft beruflich eine sehr gute Perspektive hat.“

Schon während sie einen zweimonatigen Deutsch-Intensivkurs besuchte, jobbte Betül Basak in einer Bäckerei. Sie machte ein zweiwöchiges Praktikum in einer Pflegeeinrichtung und lernte privat weiter die deutsche Sprache. Stolz erzählt sie davon, dass sie im Februar dieses Jahres ihre erste „richtige Arbeit“ als Pflegehelferin im Domizil bekam und bereits zwei Monate später in die anspruchsvolle dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau starten durfte. In der Schule und privat lernt Betül Basak weiter Deutsch, um die notwendige Qualifikation auf B2-Sprachniveau zu bekommen. „Das Domizil ist ein multikulturelles, familiäres Haus. Es ist großartig, dass mich meine Kollegen immer unterstützen“, sagt sie. „Manchmal fehlen mir noch die richtigen Worte, aber ich kann mich gut in andere Menschen hineinversetzen. Mit meinen Bewohnern verstehe ich mich immer von Herz zu Herz.“

Dass sie nach anstrengenden acht Stunden-Tagen in der Schule oder im Domizil täglich zu Hause ein großes Lernpensum bewältigen muss, schreckt Betül Basak nicht. Sie freut sich darauf, im Rahmen der Ausbildung auch die Arbeit im Krankenhaus, in der Kinderpflege, der Psychiatrie und bei einem ambulanten Pflegedienst kennenzulernen. „Wer ein Ziel fest vor Augen hat, kann alles schaffen“, sagt sie. Es klingt aus ihrem Mund gar nicht pathetisch, wenn sie sagt: „Die Arbeit mit den alten Menschen ist mir heilig. Das motiviert mich.“

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