Lehrer Carsten Bluhm und Betreuungskraft Regina Hochmann sind davon beeindruckt, mit wie viel Freude Schüler Lukas die Bewohnerin Ingrid Guedes Lebre beim Gedächtnistraining im Domizil Bremen unterstützt.
Bremen. Seit August 2025 nimmt Lukas (16) einmal in der Woche am Gedächtnistraining teil: Immer dienstags besucht der Teenager für eine Stunde ein Beschäftigungsangebot im Kursana Domizil Bremen, löst zusammen mit den Bewohnerinnen und Bewohnern einfache Denksportaufgaben und kommt mit ihnen ins Gespräch. „Mit einem ehemaligen Trainer rede ich gern über Fußball. Andere Senioren haben mir erzählt, was sie im Krieg erlebt haben“, sagt der Zehntklässler von der Oberschule In den Sandwehen, der zusammen mit acht Mitschülerinnen und Mitschülern am Schulprojekt „Jung trifft Alt“ teilnimmt. „Ich hätte nie gedacht, dass ich so einfach mit älteren Menschen in Kontakt komme und dabei so viel Spaß haben kann.“
Bereits zum zweiten Mal besuchen Schülerinnen und Schüler aus zwei Inklusionsklassen, die aufgrund von Entwicklungsverzögerungen einen erhöhten Förderbedarf haben, über ein Schuljahr regelmäßig das Kursana Domizil. Das Projekt wird im Unterricht vorbereitet und besprochen, und beim gemeinsamen Spielen vor Ort werden die Jugendlichen von ihren beiden Lehrern und drei Klassenassistenzen unterstützt. „Unsere Schülerinnen und Schüler haben sich hier vom ersten Tag an von ihrer besten Seite gezeigt und ein feines Gespür für den Umgang mit älteren Menschen entwickelt. So ist schnell ein vertrauensvolles und lockeres Miteinander entstanden“, sagt Lehrer Carsten Bluhm, der das Projekt mit seinem Kollegen Michael Schulze begleitet. Die Seniorinnen und Senioren genießen die Abwechslung, die die jungen Leute ins Haus bringen. Und die Jugendlichen, die durch ihre Lernschwierigkeiten geprägt sind, erleben in der Pflegeeinrichtung, dass sie in der Rolle des Helfenden viel bewirken können. „Diese positiven Erfahrungen sind für sie charakterbildend und verhaltenssteuernd“, ist Carsten Bluhm überzeugt.
Durch die mittlerweile bewährte Kooperation zwischen Schule und Pflegeeinrichtung konnten bereits mehrere Schülerinnen und Schüler aus den Inklusionsklassen ein mehrwöchiges Praktikum im Domizil absolvieren und Erfahrungen für die anschließende Berufsorientierung sammeln. Lukas sagt, dass er seine Zukunft eher im Handwerk sehe. Doch die Zeit mit den Seniorinnen und Senioren, in der er so viel Positives erlebt hat, möchte er nicht missen.
Zur Übersicht