Im Saal sah es aus wie bei einem Brettspielturnier. Kinder der Stadtschule und Senioren spielten im Kursana Domizil „Mensch ärgere dich nicht“.
Büdingen. Alt und Jung haben kurze Wege, um sich zu begegnen. Die Stadtschule und das Kursana Domizil in der Hannerstraße liegen in der Nachbarschaft. So kommt es, dass die Mädchen und Jungen die ältere Generation immer mal wieder besuchen, um die Lebenswelt der anderen kennenzulernen und einfach nur Spaß miteinander zu haben.
Beim jüngsten Treffen der Schülerinnen und Schüler der dritten und vierten Klassen wurde nicht gemalt oder gebastelt, sondern alle waren im Wettkampffieber. Es gibt Spiele, die kennen nur die Älteren und solche, die bei den Kindern beliebt sind, Senioren aber wenig sagen. Ganz anders ist es bei „Mensch ärgere dich nicht“. Beim Treffen von Alt und Jung im Kursana Domizil stand dieses Mal Deutschlands beliebtestes Brettspiel im Mittelpunkt.
Der Tüftler Josef Friedrich Schmidt hatte es in München entwickelt und 1914 erstmals in einer kleinen Auflage herausgebracht. Er verschenkte damals rund 3000 Spiele an deutsche Lazarette im Ersten Weltkrieg. Die Soldaten nahmen das Spiel mit nach Hause, spielten in den Familien und trugen so zur Popularität von „Mensch ärgere dich nicht“ bei. Seitdem wurden innerhalb von knapp 100 Jahren rund 90 Millionen Exemplare des Spiels verkauft.
Im Kursana Domizil gibt es davon gleich ein Dutzend. Die Grundschüler und Senioren verteilten die Quadrate mit den bunten Punkten und die Püppchen auf mehreren Tischen im Saal. Auch wenn man sich gegenseitig nicht schonte, sondern die Püppchen der Anderen gnadenlos abräumte, so gab es doch ausnahmslos Gewinner, denn gemäß dem Titel des Spiel ärgerte sich niemand, an den Tischen wurde viel gelacht. Es herrschte eine ausgelassene Stimmung. Der Eifer und die Spielfreude sorgten für ein lebendiges Miteinander der Generationen und stärkten den Zusammenhalt.
Urkunden oder Pokale wurden nicht verteilt, doch die Kinder hatten für die Senioren selbst gebastelte Geschenke mitgebracht und überreichten Figuren. Einige Mädchen und Jungen begleiteten die Senioren auf ihre Zimmer, um gemeinsam einen Platz für die Figuren zu finden.
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