12.10.2026
Volle Regale sind nicht selbstverständlich
Äpfel, Birnen, Kürbisse, Kartoffeln, Karotten und Weintrauben – die Früchte des Herbstes sind bunt und reichhaltig. Beim Erntedankfest im Kursana Domizil haben die Senioren daran erinnert, dass dieser Reichtum von den Wiesen und Feldern nicht selbstverständlich ist.
Büdingen. Beim Erntedankfest im Kursana Domizil richtete sich der Blick auf die Bedingungen, unter denen Ernten entstehen. Der zurückliegende heiße Sommer stellte Landwirte in diesem Jahr vor erhebliche Herausforderungen. Trockenheit beeinträchtigte die Erträge und machte sichtbar, wie stark die Lebensmittelproduktion von Wetter und klimatischen Bedingungen abhängt.
Für die Senioren, die im Kursana Domizil in der Hannerstraße zuhause sind, ist dieses Thema keinesfalls nicht abstrakt. Einige von ihnen sind mit Landwirtschaft aufgewachsen und kennen die körperliche Arbeit auf Feldern und Höfen noch aus eigener Erfahrung. Außerdem wissen viele aus eigener Erfahrung während der Kriegsjahre, wie es ist, wenn Lebensmittel knapp sind und was Entbehrung bedeutet.
Die Evangeliums-Christen-Baptistengemeinde Büdingen gestaltet das Erntedankfest und lenkte den Blick auf die Frage, wie sich Dankbarkeit für das, was vorhanden ist, mit einem verantwortungsvollen Blick auf die Zukunft verbinden lässt. Die Besucher des Erntedankfestes beschäftigten sich mit dem heißen Sommer. Die Trockenheit setzte den Landwirten zu und führte zu Ernteeinbußen. Der Gottesdienst richtete den Blick auch über die Region hinaus: In vielen Ländern gehören regelmäßige Mahlzeiten nicht zum Alltag. Der dekorierte Altar mit den Früchten im Saal des Kursana Domizils zeigte keinen Überfluss zum Bestaunen. Er erinnerte daran, dass volle Teller keine Selbstverständlichkeit sind.
Der Kinderchor der Evangeliums-Christen-Baptistengemeinde Büdingen sang für die ältere Generation ein paar Lieder und sorgte mit der Begleitung durch Cello und Klavier für eine herzliche Atmosphäre. Die Gemeinde ist bereits mehrfach zu unterschiedlichen Anlässen im Kursana Domizil zu Gast gewesen. Der Wandel der Landwirtschaft wurde bei dem Erntedankfest sichtbar. Früher prägten Handarbeit, einfachere Geräte und körperlicher Einsatz den Arbeitsalltag. Heute übernehmen leistungsfähige Maschinen mit Internet-Verbindung und GPS viele Arbeitsschritte. Die technische Entwicklung hat die Landwirtschaft grundlegend verändert, doch die Abhängigkeit von natürlichen Bedingungen ist geblieben. Gerade dieser Vergleich zwischen Vergangenheit und dem Zeitalter der Künstlichen Intelligenz gab dem Erntedankfest eine besondere Tiefe. Die Senioren brachten eigene Erfahrungen ein und erhielten Impulse zu der Frage, welchen Stellenwert die Nahrung in einer Gesellschaft, in der volle Regale für viele Menschen zum Alltag gehören, hat.
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