28.05.2026
Warum ist nicht immer Muttertag?
Im Kursana Domizil Büdingen stand der Muttertag ganz im Zeichen persönlicher Begegnungen, gemeinsamer Erinnerungen und gelebter Wertschätzung. Das Team der Sozialen Betreuung hatte zu einem Sektempfang eingeladen, bei dem viele Seniorinnen von ihren Familien erzählten und darüber sprachen, wie sich der Muttertag in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.
Büdingen. Viele Mütter erinnerten sich daran, dass ihre Kinder der alten Tradition folgend früher den Frühstückstisch gedeckt oder für den Ehrentag etwas Schönes gebastelt hatten. Manche Söhne und Töchter haben „für die Mama“ auch Gedichte aufgesagt. Die Seniorinnen freuten sich über die große Aufmerksamkeit, die ihnen beim Empfang im Kursana Domizil zuteil wurde und einige von ihnen noch mehr darüber, dass die ganze Familie gekommen war. Alle Frauen erhielten eine rote Rose. Wer aufgrund eingeschränkter Mobilität nicht in den Saal kommen konnte, bekam einen Blumengruß aufs Zimmer. Diese kleine Geste entwickelte im Haus eine bemerkenswerte Wirkung: Noch Tage später bedankten sich einige über das Geschenk und den schönen Muttertag.
Viele Bewohnerinnen erzählten davon, wie wichtig ihnen der Moment wie am Muttertag sei, wenn Kinder, Enkel und Angehörige zusammenkommen. Das „Familientreffen“ stärke die Identität, die soziale Verbundenheit den Dialog zwischen verschiedenen Generationen. Die Gespräche bei der Kaffeetafel, bei der auf Wunsch der Mütter Windbeutel serviert wurden, zeigte, dass der Muttertag heute differenzierter betrachtet wird. Neben persönlichen Erinnerungen wurden auch historische und gesellschaftliche Aspekte thematisiert – etwa die politische Instrumentalisierung des Muttertages während der Zeit des Nationalsozialismus oder die Diskussion über dessen zunehmende Kommerzialisierung.
Die unterschiedlichen Perspektiven und Erinnerungen an den Ehrentag machten den Austausch für viele Gäste des Empfangs besonders wertvoll. Im harmonischen Miteinander der Familie, Freunde und Bekannten fanden die Seniorinnen genau das, was Lebensqualität im Alter ausmacht: Aufmerksamkeit, Zugehörigkeit und emotionale Nähe. In einem waren sich alle einig: „Eigentlich sollte jeder Tag Muttertag sein.“
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