Jana Kirchner, Direktorin des Kursana Domizil Dreieich (im Bild stehend), lädt die Senioren regelmäßig auf die Terrasse an die Feuerstelle ein, wo es Stockbrot gibt.

 
09.04.2026

Wärmen und wohlfühlen

Wenn die Sonnerstrahlen für wärmere Temperaturen sorgen, genießen die Senioren im Kursana Domizil in der Eisenbahnstraße gemeinsam die Zeit auf der Terrasse. Gern sitzen sie um die Feuerschale herum, erzählen und halten einen Stock mit Teig über die Glut.

Dreieich. Die Wärme auf der Haut, das Knistern der Flammen, der Duft von frisch gebackenem Brot – all dies ist für die Senioren immer wieder ein besonderes Erlebnis. Die Terrasse ist ein beliebter Treffpunkt. Manche sind Feuer und Flamme, wenn das Holz lodert, sie beobachten gern das Farbenspiel der Glut, das immer wieder anders ist.

Dabei gibt es auch Neues zu entdecken. „Jetzt bin ich schon so alt, aber Stockbrot kenne ich noch nicht“, sagt ein Mann, der schon über 90 Jahre alt ist. Ihm hat das Treffen rund um die Feuerstelle und die Plauderei über Gott und die Welt gefallen. Die Senioren reagieren ganz unterschiedlich auf die Feuerstelle, die nicht nur Wärme, sondern auch etwas Archaisches ausstrahlt. Manche Senioren, die sich so nah an den Flammen wohlfühlen, werden stiller und entspannen sich, andere bekommen Impulse und sind eloquent.

Der Moment hat eine Wirkung. Feuer gehört zu den ältesten kulturellen Erfahrungen der Menschheit und ist tief verankert. Es steht für Wärme, Schutz und ist der Ort, an dem Nahrung zubereitet wird. All das schafft eine Atmosphäre der Vertrautheit und stimuliert auch Menschen, deren kognitive und kommunikative Fähigkeiten eingeschränkt sind. Das Feuer berührt die Sinne gleich auf mehreren Ebenen. Die Bewegung der Flammen bindet die Aufmerksamkeit, der Geruch von Rauch und Brot weckt Erinnerungen, die Emotionen auslösen und wohltuend sind.

Nicht jede Begegnung muss verbal sein, nicht jede Aktivierung lautstark. Die Senioren haben am Feuer auf der Terrasse die Möglichkeit, einfach da zu sein, die Wärme zu spüren, die Anwesenheit anderer wahrzunehmen. Wer reden will, kann reden, wer schweigen möchte, darf schweigen. So entsteht in der Gruppe rund um die Feuerschale das Gefühl, sozial eingebunden zu sein, das heißt Gemeinschaft und Zugehörigkeit wachsen.

 

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