Christine Schnepp und Achim Wenzel-Teuber vom Hospizverein Lahr, Einrichtungsleiter Stefan Lott und die Mitarbeiterinnen der Betreuung Carolin Zeller und Simone Homberg (v.l.).
Friesenheim. Das Wasser schimmert lila, kleine Bläschen steigen auf. „Man kann die Farbe in der Säule wechseln“, erklärt Carolin Zeller, stellvertretende Leiterin der Betreuung im Kursana Domizil, während sie den neuen Snoezelen-Wagen vorführt. Snoezelen ist ein in den Niederlanden entwickeltes und in vielen Bereichen angewandtes Therapiekonzept, das mittels multisensorischer Reize die Sinne angeregt, um Entspannung und Wohlbefinden zu erreichen.
Lange hat das Team überlegt, was es sich für die Bewohner wünschen soll, als der Hospizverein Lahr auf sie zukam. „Vor zwei Jahren haben wir eine große Erbschaft erhalten mit dem Auftrag, die palliative Versorgung in der Ortenau zu unterstützen“, erklärt der hauptamtliche Koordinator Achim Wenzel-Teuber. Seit über 30 Jahren begleitet der gemeinnützige Verein schwer kranke und sterbende Menschen und ihre Angehörigen. Auch im Kursana Domizil sind regelmäßig ehrenamtliche Mitglieder im Einsatz.
Hilfe in der letzten Lebensphase
„Das Wichtigste in der Begleitung Sterbender ist die menschliche Zuwendung“, sagt Achim Wenzel-Teuber. Der Sinneswagen sei eine Ergänzung. Neben der leuchtenden Wassersäule verfügt er über funkelnde Lichtfaserstränge zum Anfassen. Ein Projektor wirft Wälder an die Wand, ein Aromadiffuser verbreitet Düfte. Auch ein Bluetooth-Lautsprecher ist dabei, ein Massage-Gerät und eine Handpuppe namens Holger.
Rund 4000 Euro hat alles zusammen gekostet, rechnet Carolin Zeller vor. Sie hat sich um die Organisation der Anschaffung gekümmert. Gebaut hat den Wagen ihr Mann, der in Friesenheim eine Schreinerei betreibt. Für die Spende seien sie sehr dankbar, sagt Stefan Lott. „Der Sinneswagen eröffnet uns zusätzliche Möglichkeiten in der Sterbebegleitung. Ein Thema, das in unserem Haus eine hohe Bedeutung hat“, so der Einrichtungsleiter.
Entspannung oder Aktivierung auch bei Demenz
Für die Mitarbeitenden steht nun erst einmal eine Snoezelen-Schulung an. Neben dem gesamten Betreuungsteam nehmen auch Pflegekräfte teil. Nicht nur in der palliativen Versorgung ist Snoezelen ein bewährtes Mittel. Auch Menschen mit Demenz können die ausgelösten Sinnesempfindungen helfen, zur Ruhe zu kommen – oder sie aktivieren.
Carolin Zeller hat es schon ausprobiert und abends im Demenzwohnbereich für eine entspannte Atmosphäre gesorgt. „Ich habe dezente Musik angemacht, Lavendelduft verströmt, Hände massiert und einer Bewohnerin den Lichtstrang auf den Schoß gelegt. Sie hat sofort angefangen, sich damit zu beschäftigen“, erzählt sie. „Oh, wie schön!“, hätten viele gesagt.
Wer den Hospizverein Lahr unterstützen möchte oder sich für dessen Arbeit interessiert, findet Informationen unter www.hospizverein-lahr.de oder der Telefonnummer: 07821-9822860.
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