Antje Schacht (li.) im Gespräch mit Schülerin Shadi. Foto: D. Rahming

 
15.10.2024

Ein Herz für Senioren und Azubis

Antje Schacht ist seit dem Sommer die neue Praxisanleiterin für die Auszubildenden im Kursana-Domizil Greifswald.

Im Büro liegen dicke blau-weiße Bücher im Regal: Fachliteratur für Pflegekräfte. „Die lese ich eher durch als einen Roman“, sagt Antje Schacht. Alles Medizinische interessiert sie besonders. „Es ist schnelllebig, oft gibt es Veränderungen. Man hört also nie auf zu lernen.“

Schon als Schulkind wusste die Greifswalderin, dass sie Krankenschwester werden wollte, aber das klappte zu DDR-Zeiten nicht. So lernte sie Kauffrau im Einzelhandel, arbeitete etliche Jahre in diesem Beruf. Doch der Gedanke, in die Pflege zu gehen, verschwand nie ganz. So begann sie ihren zweiten Berufsweg vor etwa 20 Jahren mit einem ersten Praktikum – hier im Haus. Später absolvierte sie die Ausbildung zur Pflegefachkraft und hatte damit ihre Berufung gefunden. Sie mag alles an ihrer Tätigkeit, aber vor allem den Umgang mit den Menschen. „Manchmal habe ich ein Helfersyndrom“, meint sie und lacht.

Lieblingsthema: Demenz

Was anderen Angst macht, ist für Antje Schacht das spannendste Gebiet: Demenz-Erkrankungen. „Ich arbeite sehr gern mit diesen Menschen“, sagt die 50-Jährige. „Ich habe das Gefühl, manch einer kann damit gut umgehen, ein anderer eben nicht. Ich hatte mal eine Dame, die saß immer neben mir, kam überall mit hin – das hat mich überhaupt nicht gestört.“ Sie bleibt im Umgang mit den Betroffenen immer ruhig – und spürt, dass diese merken, wenn sie gut aufgehoben sind.
Seit gut zwei Jahren arbeitet Antje Schacht im Kursana-Domizil in Greifswald, war zuletzt Wohnbereichsleiterin. Seit Juni ist sie die neue koordinierende Praxisanleiterin, ist also für die Auszubildenden zuständig. Bereits vor fünf Jahren hatte sie die entsprechende Weiterbildung absolviert und seitdem schon viel mit Pflegeschülern zu tun.

Theorie, Praxis, Unterstützung

Derzeit absolvieren insgesamt vier Kursana-Azubis den praktischen Teil ihrer Ausbildung hier, regelmäßig kommen Praktikanten aus anderen Häusern hinzu. Antje Schacht leitet sie bei der praktischen Arbeit mit den Bewohnern an, vermittelt aber auch theoretische Kenntnisse: Grund- und Behandlungspflege, Medikamente, Wundversorgung, Prophylaxe – um nur einige Themengebiete zu nennen. Darüber hinaus kooperiert sie mit den Berufsschulen und den anderen Trägern und ist nicht zuletzt auch Ansprechpartnerin für den Berufsnachwuchs. „Oft kommen sie mit privaten Themen, aber auch mit dienstlichen, zum Beispiel zu ihrem Wohnbereich oder zum Dienstplan.“
Jeden Morgen dreht Antje Schacht ihre Runde durch die Wohnbereiche und schaut nach „ihren“ Schülern. „Sie sollen wissen, dass jemand für sie da ist.“ Die Azubis wissen das zu schätzen.
Und sie selbst hat ihre Arbeit in der Pflege auch nicht völlig aufgegeben: „Ich wollte praxisnah bleiben. So kenne ich die Bewohner und die Abläufe und kann die Schüler wirklich damit vertraut machen.“

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