Die Bewohner Barbara Richter und Günther Krüger aus dem Domizil Billstedt geben einander Halt in allen Lebenslagen.

 
05.01.2026

„Zwei wie Pech und Schwefel“

Barbara Richter (70) und Günther Krüger (83) haben sich im Domizil Billstedt angefreundet. Das tägliche Miteinander gibt beiden Bewohnern Halt.

Hamburg. Sie machen täglich einen gemeinsamen Spaziergang, begleiten sich bei Einkäufen und nehmen im Domizil Billstedt zusammen an allen Mahlzeiten und vielen Veranstaltungen und Ausflügen teil. Seit einem Dreivierteljahr sind die Bewohner Barbara Richter (70) und Günther Krüger (83) unzertrennlich. „Wir sind beide noch auf Draht und gut zu Fuß“, sagt Günther Krüger. „Es tut gut, wenn wir uns bei unseren Spaziergängen alles anvertrauen können, was uns gerade beschäftigt.“ Und Barbara Richter ergänzt: „Gerade im Alter ist es kostbar jemanden zu finden, auf den man sich hundertprozentig verlassen kann.“

Sie half ihm über den Tod der Frau hinweg

Die Mutter eines Sohnes lebt bereits seit sieben Jahren in der Senioreneinrichtung und hat durch die regelmäßige Teilnahme an zahlreichen Aktivitäten guten Kontakt zu ihren Mitbewohnern. Als Günther Krüger zusammen mit seiner Frau Ute 2023 einzog, wurden die drei im Restaurant Tischnachbarn und freundeten sich miteinander an. Nach dem Tod seiner Frau Anfang 2024 zog sich Günther Krüger in seiner Trauer aus der Gemeinschaft zurück. Trost fand der zweifache Vater nur in Gesprächen mit Barbara Richter, die einen guten Draht zu seiner Frau hatte und selbst im Leben Schicksalsschläge bewältigen musste. Sie klopfte oft an Günther Krügers Zimmertür, um ihn zum Essen oder zu Aktivitäten abzuholen, so dass der Witwer langsam ins Leben zurückfand. Bald wurde er zum „Grillmeister“ bei Gartenfesten und unterstützt seither manchmal zusammen mit Barbara Richter das Team bei Veranstaltungen im Haus.

Beide haben ihre Privatsphäre behalten

Bei allen Gemeinsamkeiten und trotz ihrer engen Freundschaft ist den Senioren jedoch wichtig, auch ihre Privatsphäre zu behalten. „Wir statten uns keine Besuche auf dem Zimmer ab. Da legt jeder für sich die Beine hoch und ruht sich aus“, sind sie sich einig. „Die beiden sind wie Pech und Schwefel“, meint Antonio Tabatabai, Leiter der sozialen Betreuung. „Es ist schön zu erleben, wie die Freundschaft ihnen Halt gibt.“

Zur Übersicht