Ingrid Althoff (links) macht in der Kursana Villa regelmäßig Gymnastik und lässt sich von Victoria Swaschnik Übungen mit dem Theraband zeigen.

 
24.07.2026

Fachkompetenz und Empathie bringen mehr Lebensqualität

Wer hautnah mit Menschen arbeitet, erlebt jeden Tag aufs Neue, wie abwechslungsreich und erfüllend der Beruf ist. Das gilt insbesondere für die Pflege und Betreuung von Senioren. Alle bringen eine eigene Lebensgeschichte und unterschiedliche Bedürfnisse mit. Genau die hat Victoria Swaschnik fest im Blick, wenn sie sich im Team der Sozialen Betreuung in der Kursana Villa Königstein für die Senioren engagiert und ihnen mehr Lebensqualität schenkt.

Königstein. Standardisierte Konzepte und konkrete Pläne für den Arbeitsalltag sind grundsätzlich wichtig, doch wenn es um die Pflege und Betreuung von Senioren geht, sind Flexibilität und Kreativität besonders hilfreich. „Jeder Tag ist anders“, sagt Victoria Swaschnik, die – nach erfolgreichem Masterabschluss im Gesundheitsmanagement – einige Jahre in der Kursana Villa Wiesbaden arbeitete und sich seit zehn Jahren in der Kursana Villa Königstein beruflich zuhause fühlt. Im Team der Sozialen Betreuung erlebt die Ergotherapeutin täglich eine große Vielfalt an Aufgaben, und sie liebt Herausforderungen, auf die man spontan reagieren muss.

Gemeinsam mit ihrem Team entwickelt die Niedernhäuserin in der Kursana Villa Beschäftigungsangebote, die sich an den Fähigkeiten, Interessen und Erfahrungen der Seniorinnen und Senioren orientieren. Dabei geht es nicht um möglichst viele Aktivitäten, sondern um sinnvolle Teilhabe und gemeinschaftliche Erlebnisse. Der sogenannte Aktivitätenplan, den die Fachkräfte in der Kursana Villa mit Blick auf die Anregungen und Wünsche der älteren Generation konzipieren, listet ein kreatives Angebot an Möglichkeiten auf, im Kreise der Hausgemeinschaft etwas Neues zu entdecken oder Bekanntes zu vertiefen.

Vielseitige Angebote

Auf der Agenda stehen beispielsweise Gymnastik, Sturz- und Kontrakturprophylaxe, Kegeln, Yoga, Mentale Fitness, Wellness-Stunde, Zeitungsrunde, Kochclub, Ausflug, Fantasiereise, Volkslieder singen oder Filmnachmittage. „Und nicht zu vergessen Gedächtnistraining“, sagt Victoria Swaschnik mit einem Augenzwinkern. Humor sieht sie als wichtigen Teil ihrer Arbeit, bei der sie den Senioren ein Lächeln schenkt und mit ihnen viel lacht.

Neben den Gruppenangeboten für alle im Haus beschäftigen sich die Fachkräfte im Team der Sozialen Betreuung auch mit verschiedenen Aspekten der Gerontologie, der Wissenschaft vom Altern, die die Senioren – sei es kognitiv oder motorisch – persönlich fördern und Freude bringen. Bei der individuell abgestimmten Einzelbetreuung kommt ein Fachbegriff ins Spiel, der insbesondere bei an Demenz erkrankten Menschen von fundamentaler Bedeutung ist: Biografiearbeit.

Kaum jemand kennt die Menschen in der Kursana Villa so gut wie Victoria Swaschnik. Das Wissen um die Vita der Senioren spielt eine entscheidende Rolle und bildet die Grundlage für eine individuelle, wertschätzende und bedürfnisorientierte Betreuung, insbesondere bei Menschen mit kognitiver oder körperlicher Einschränkung. So können Vertrauen aufgebaut, Erinnerungen geweckt und das Wohlbefinden der Senioren gefördert werden.

Wenn die Ergotherapeutin und ihre Kolleginnen die Lebensgeschichten vor Augen haben, können die passenden Anknüpfungspunkte und Impulse gefunden werden. Dann gelingt es vor allem bei den Senioren im Demenzwohnbereich der Kursana Villa leichter, eine Brücke zu bauen. Die Menschen reagieren lebendiger, wenn typische Situationen aus dem Beruf, dem Hobby oder emotionale Erlebnisse ins Gedächtnis gerufen werden.

Ressourcen achten, statt Defizite sehen

Victoria Swaschnik gilt als ausgewiesene Expertin für Basale Stimulation, ein Konzept für die Betreuung von Senioren mit Demenz, mit dem sie sich während ihres Studium intensiv beschäftigt hat. Dabei steht nicht das Korrigieren von Fehlern oder das Durchsetzen der objektiven Realität im Vordergrund, sondern das Verstehen der Lebenswelt der betroffenen Person. Victoria Swaschnik nimmt die Gefühle hinter der Aussage wahr und geht darauf ein. „Ich blicke nicht auf die Defizite, sondern nutze die vorhandenen Ressourcen.“

Die Basale Stimulation setzt dort an, wo Sprache nicht mehr trägt. „Wir erreichen die Menschen durch einfache, grundlegende Reize und fördern sie in ihrer Wahrnehmung, Kommunikation und Bewegung“, sagt die Expertin. „Basale Stimulation heißt auch, die Welt mit allen Sinnen zu erleben.“

Die Kommunikation geht unter die Haut, denn sie ist mit Emotionen verbunden und hat eine große Wirkung. Sie vermittelt Sicherheit, baut Vertrauen auf und sorgt für Entspannung. Bei einem gelernten Bäcker ist es der Duft nach frischem Brot, eine frühere Gärtnerin reagiert positiv auf Blumen, Erde oder Gartenarbeit, eine ehemalige Schneiderin kann Stoffe anfassen oder Knöpfe sortieren. Es sind Geschichten, Gewohnheiten, Gerüche, die Erinnerungen wecken. Vor allem Musik berührt die Senioren auf einzigartige Weise, denn sie geht direkt ins Ohr und trifft mitten ins Herz. „Es ist schon erstaunlich, wie textsicher selbst die Senioren im Demenzwohnbereich sind. Die Lieblingslieder von früher entfalten eine bemerkenswerte Kraft und bleiben auch nach Jahrzehnten unvergessen“, sagt Victoria Swaschnik.

 

 

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