24.10.2015

Der Verlust von Heimat

Künzell. Der in Lauterbach im Vogelsberg lebende Kinderbuchillustrator Henry Euler war im Kursana Domizil Künzell zu Gast und hat in der Brandenburger Straße unter anderem aus seiner Buchonia-Trilogie gelesen.

Bei seinem Besuch im Kursana Domizil spielte auch der dritte Teil, das Buch mit dem Titel „Nacht über Fulda“, eine entscheidende Rolle. In dem Werk geht es um das Ende des Zweiten Weltkrieges in der Bistumsstadt und in Osthessen. Im Mittelpunkt stehen die Nöte und Sorgen der Bevölkerung. 

Die Romanhandlung spielt in der Rhön. Hauptakteure sind zwei Jugendliche, die auf Hamsterfahrt unterwegs sind. Die Bahnhöfe sind bevölkert mit Flüchtlingen, sogenannten Displaced Persons und heimkehrenden Soldaten. Euler zeigt auf, wie die amerikanische Besatzungsmacht das Leben in Deutschland prägte.

Auch das zweite Buch der Reihe (Buchonia-Georgia) handelt vom Verlust von Heimat. Henry Euler beschreibt darin die Auswanderung einer Bauernfamilie im Jahr 1850 nach Amerika. Die Episode beschreibt die dramatischen Ereignisse am Tag der Abreise aus Kleinsassen in der Rhön. Die Zuhörer haben bei der Lesung gehört, wie die Fahrt ins Ungewisse aussieht und dass der Weggang ein Abschied ohne Wiederkehr sein wird. Henry Euler ist ein bekannter Kinderbuchillustrator und Schriftsteller, der in seinem Atelier in der Lauterbacher Altstadt eine Kindermalschule leitet. Auch die Schreibwerkstätte im Vogelsbergkreis und Fulda stehen unter seiner Regie. Eulers bekannteste Werke sind unter anderem das Kinderbuch „Die Koselmühle“, in dem die Autorin Gudrun Pausewang den Text geschrieben hat.

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