Das Team des Kursana Domizils Künzell um Direktorin Mandy Hupfeld (Dritte von links) gab beim Demenzforum in Fulda Antworten auf Fragen rund um das Thema Demenz.

 
01.01.1970

Nicht den Verlust sehen, sondern Fähigkeiten fördern

Beim Demenzforum im Herz-Jesu-Krankenhaus in Fulda hat das Team des Kursana Domizils Künzell Interessierte darüber informiert, welche Alltagshilfen für Menschen mit Demenz sinnvoll sind, um deren Lebensqualität zu verbessern. Außerdem gaben die Fachleute am Stand einen Überblick der Leistungen und Angebote in der Senioreneinrichtung.

Künzell. Besucher des Demenzforums zeigten besonderes Interesse an der Frage, wie alltagspraktische Unterstützung so gestaltet werden kann, dass sie die Autonomie der Betroffenen stärkt. Dazu gab es im Herz-Jesu-Krankenhaus Fachvorträge zur Früherkennung, Kognition, Alltagsgestaltung und Vorsorge sowie Gespräche mit den Fachleuten am Stand des Kursana Domizils. Im Individuellen Dialog wurden alltagspraktische kognitive Fördermöglichkeiten aufgezeigt. Das Kursana-Team informierte unter anderem darüber, wie eine kognitive Aktivierung so im Alltag der Betroffenen integriert werden kann, dass sie nicht als Therapie, sondern als Normalfall erlebt wird.

Die Experten machten deutlich, dass es bei Demenz einen Perspektivwechsel geben muss: Die Erkrankung bedeutet nicht nur, neurologische Abbauprozesse kognitiv zu erfassen, sondern es geht darum, die emotionale und sensorische Realität der Betroffenen nachvollziehen zu können. Demenz erfahrbar machen heißt somit: Vom Wissen zur Empathie. Um besser zu verstehen, was Handicaps ausmachen, konnten die Besucher des Forums in einen Alterssimulationsanzug schlüpfen und so wichtige Erfahrungen sammeln, die auch Menschen mit Demenz täglich erleben.

Am Informationsstand präsentierte das Kursana-Team praxisnahe Ansätze der Demenzbegleitung und demonstrierte, wie durch kreative Kommunikationsformen und den gezielten Einsatz von Alltagshilfen Selbstständigkeit gefördert und Lebensqualität erhalten werden können. Im Mittelpunkt der Gespräche mit Angehörigen stand die Bedeutung einer kommunikativen Haltung, die Ressourcen betont und Fehlleistungen nicht sanktioniert. Angehörige äußerten den Wunsch, mehr Sicherheit im täglichen Umgang mit irritierendem Verhalten zu gewinnen. Das Team diskutierte Beispiele aus der Betreuungspraxis im Kursana Domizil, um den richtigen Weg sozial verantwortlicher Begleitung dementiell erkrankter Menschen zu verdeutlichen.

Einfühlsame und geduldige Kommunikation ist in der Pflege und Betreuung von Demenzerkrankten von zentraler Bedeutung. Ziel ist es, Positives hervorzuheben, keine Kritik zu üben und auf vorhandene Ressourcen zu setzen. Der Fokus liegt dabei nicht auf dem Verlust, sondern auf den verbliebenen Fähigkeiten, die eine gewisse Selbstständigkeit ermöglichen und Würde bewahren.

Zur Übersicht