28.12.2024
Abschied nach 16 Jahren Ehrenamt
Karin Westermann (84) hat seit der Eröffnung des Kursana Domizils Oststeinbek 2008 die Senioren mit ihren Gymnastikkursen in Schwung gehalten. Jetzt zieht die Physiotherapeutin und ehemalige Übungsleiterin beim Oststeinbeker Sportverein nach Frankfurt.
Zahlreiche Seniorinnen und Senioren waren ins Restaurant des Kursana Domizils Oststeinbek gekommen, um sich persönlich von ihrer langjährigen, ehrenamtlich tätigen Gymnastik-Übungsleiterin Karin Westermann (84) zu verabschieden. „Es war immer toll, mit Ihnen zu turnen. Sie haben uns gefordert und waren gleichzeitig angesichts persönlicher Einschränkungen sehr rücksichtsvoll“, brachte es Barbara Loschke auf den Punkt, als sie im Namen aller Mitbewohner einen Blumenstrauß überreichte. „Wir werden Sie sehr vermissen. Aber wir gönnen Ihnen den Ruhestand und das Zusammensein mit der Familie in Frankfurt.“
Tief bewegt nahm Karin Westermann bei ihrem Abschied auch die Dankesworte von Bürgermeister Jürgen Hettwer für 16 Jahre „gelebtes Ehrenamt“ und eine Ehrenurkunde von Direktorin Monika Schmidt entgegen. „Ich bin immer sehr gern ins Haus gekommen und habe mich darüber gefreut, dass alle Senioren so schön mitgemacht haben“, sagte sie. „Das wäre ohne die tatkräftige Unterstützung der Mitarbeiterinnen, die die Bewohner stets pünktlich zum Turnen gebracht haben, nicht möglich gewesen.“
Die Berlinerin, die seit 1969 in Oststeinbek lebt, hat lange Jahre als Physiotherapeutin in einer Praxis in Glinde gearbeitet und als Übungsleiterin beim Oststeinbeker Sportverein unterrichtet. Dort reichte ihr Angebot vom Turnen für Vorschulkinder bis zu Gymnastikgruppen für Erwachsene. 2005 ging Karin Westermann in den Ruhestand, und drei Jahre später bot sie der neu eröffneten Senioreneinrichtung im Ort ihre Dienste als Ehrenamtlerin an. Seither kam sie immer mittwochs mit dem Fahrrad ins Haus, um ihre beiden Seniorengruppen zu begleiten. Doch Karin Westermann hat die Bewohner nicht nur mit Gymnastikübungen und einer Denksportaufgabe am Schluss der Stunde in Schwung gehalten. Sie hat auch für die Übungen eigenhändig Reissäckchen genäht und zu allen Festtagen kleine Geschenke gebastelt. Und in Zeiten der Corona-Pandemie hat sie es nicht gescheut, unter den geltenden Hygieneregeln tätig zu sein, damit „ihre Bewohner“ in Bewegung bleiben.
Nach dem Tod ihres Mannes 2023 ist es Karin Westermann zu mühsam geworden, sich allein um das Haus und den großen Garten in Oststeinbek zu kümmern. Deshalb zieht sie zum Jahresende in eine Zweizimmer-Wohnung nach Frankfurt in die Nähe ihrer Tochter und der drei Enkelkinder. Zur Erinnerung an das schöne Miteinander im Domizil schenkten ihr die Mitarbeitenden einen „digitalen Bilderrahmen“, auf dem Karin Westermann die schönsten Bilder aus 16 Jahren Ehrenamt als Diashow abspielen kann. Und es lag ein kleiner, knallroter Rollkoffer auf dem Gabentisch mit der Bitte, Oststeinbek und das Domizil bald wieder zu besuchen.
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