Bewohner Jürgen Hoffmann freut sich über die regelmäßigen Besuche von Judith Amperse mit ihrer „Tilda“.

 
02.06.2026

Besuchshund „Tilda“ macht Senioren glücklich

Die ehrenamtlichen Einsätze von Judith Amperse und ihrer Großen Schweizer Sennenhündin im Domizil Oststeinbek sind eine willkommene Abwechslung im Pflegealltag.

Oststeinbek. Wenn Judith Amperse (43) alle 14 Tage mit ihrer siebenjährigen Großen Schweizer Sennenhündin das Kursana Domizil Oststeinbek besucht, geht für die Bewohnerinnen und Bewohner genauso wie für die Mitarbeitenden die Sonne auf. Denn die mit 46 Kilo stattliche „Tilda“ strahlt Sicherheit aus, ist sehr menschenbezogen und als ausgebildeter Besuchshund durch nichts aus der Ruhe zu bringen. „Alle im Haus lächeln uns an und möchten am liebsten gleich mit Tilda kuscheln“, sagt die Hamburgerin, die aktuell bei ihren ehrenamtlichen Einsätzen drei bis vier Bewohner auf ihren Zimmern besucht und damit Senioren mit größeren Einschränkungen ganz besondere Glücksmomente beschert. 

Die Ausbildung bei den Maltesern als optimale Vorbereitung

Eigentlich hat sich die Finanz- und IT-Spezialistin und Mutter eines fünfjährigen Sohnes seit langem gewünscht, mit ihrem Hund ein Ehrenamt auszuüben. Doch erst als „Tilda“ aufgrund ihres Alters nicht mehr alle Übungen beim Hundesport mitmachen konnte und Judith Amperse die kostenlose Ausbildung für Besuchshunde beim Hilfsdienst der Malteser entdeckte, wurde es konkret. Den Eignungstest, bei dem die Hunde in realistischen Szenarien ihre Gelassenheit unter Beweis stellen müssen, meisterte „Tilda“ mit Bravour. Von März bis November 2025 absolvierten die beiden mit 13 anderen Mensch-Hund-Teams an je einem Wochenende pro Monat ein anspruchsvolles Trainingsprogramm: Im Mittelpunkt standen Gehorsam, Impulskontrolle und das praxisnahe Einüben typischer Situationen. Judith Amperse lernte Erste Hilfe am Hund, Beschäftigungsmöglichkeiten für Einzelpersonen und Gruppen und die Gesprächsführung mit demenziell Erkrankten kennen. Ein „Speeddating“ mit Bewohnern einer Pflegeeinrichtung nahm ihr die Berührungsängste für den Einsatz im Domizil.

Das Ehrenamt schweißt Hündin und Halterin fest zusammen

Bei ihren regelmäßigen Besuchen kommt neben dem Hundekuscheln das Spiel mit einem Futterzopf besonders gut an. Die Senioren haben einen Heidenspaß daran, „Tilda“ beim Herausknabbern der versteckten Leckerlies aus dem Spielzeug zu beobachten. Oftmals werden dabei Erinnerungen an eigene Haustiere geweckt. Oder Judith Amperse kommt mit den Bewohnern durch ihr Album mit Welpen-Fotos von „Tilda“ und Bildern von Alster und Elbe ins Gespräch. Nach jedem einstündigen Besuch steht ein gemeinsamer Spaziergang auf dem Programm. „Man braucht nicht viel Zeit, um andere Menschen glücklich zu machen“, freut sich Judith Amperse und genießt, dass das Ehrenamt sie noch enger mit ihrer „Tilda“ zusammengeschweißt hat. 

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