07.11.2025
Erfahrungsaustausch zum HSV-Erinnerungskoffer
Seit bald drei Jahren schwelgen fußballbegeisterte Senioren im Domizil Oststeinbek mit dem Ehrenamtler Björn Schmidt beim monatlichen Stammtisch in Erinnerungen. Jetzt wurden sie vom Sportverein „Galatasaray Hamburg“ eingeladen, um über ihre Erfahrungen zu berichten.
Oststeinbek. Groß war die Aufregung bei fünf Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem Kursana Domizil Oststeinbek, die regelmäßig am monatlichen „HSV-Erinnerungskoffer-Stammtisch“ teilnehmen. Zusammen mit Christiane Dietrich, Leiterin der sozialen Betreuung und dem ehrenamtlichen Leiter der Gruppe Björn Schmidt waren sie ins Clubheim des Sportvereins „Galatasaray Hamburg“ in Altona eingeladen worden, um über ihre Erfahrungen mit der sportbasierten Biografie-Arbeit zu berichten. Denn in Kooperation mit dem HSV soll im kommenden Jahr der erste „interkulturelle Erinnerungskoffer“ für demenziell erkrankte Fans des erfolgreichsten türkischen Fußballvereins „Galatasaray Istanbul“ entstehen, mit dem Ehrenamtler türkischstämmige Senioren in Pflegeeinrichtungen besuchen sollen.
Fußball verbindet die Kulturen
„Fußball weckt Emotionen und Erinnerungen. Wir wünschen uns, dass auch Fans aus anderen Kulturen von dieser Arbeit profitieren können und dass die Koffer im Rahmen kultursensibler Pflege zum Einsatz kommen“, sagt Claudia Unruh, die das Marketing für „Gala Hamburg“ macht und das Projekt „Interkultureller Erinnerungskoffer“ leitet. „Die Senioren aus Oststeinbek konnten die Menschen vor Ort für das Projekt begeistern und haben sogar für uns die alte HSV-Hymne „Hamburg, meine Perle“ gesungen.“ Die Bewohner kamen mit türkischen Fußballfans genauso wie mit dem HSV-Vizepräsidenten Bernd Wehmeyer, den sie bereits beim Erinnerungstalk „Unvergessene Momente“ im Stadion kennengelernt hatten, ins Gespräch. Außerdem präsentierten sie den eigenen Koffer und fachsimpelten mit Gala-Fans, die eigene Sammlerstücke mitgebracht hatten.
Erinnerungsarbeit soll lebendig bleiben
„Mittlerweile ist bei jedem Stammtischtreffen ein fester Stamm von 15 Bewohnerinnen und Bewohnern dabei“, erzählte Björn Schmid und betonte, wie wichtig eine abwechslungsreiche Gestaltung der Treffen sei. Oftmals zeigt er Filme von den Sternstunden des Vereins, um ins Gespräch zu kommen und hatte sogar einmal den renommierten HSV-Reporter Lars Pegelow im Domizil zu Gast. Christiane Dietrich und ihrem Team ist wichtig, dass die Arbeit mit dem Erinnerungskoffer lebendig bleibt und sich ständig weiterentwickelt. Deshalb werden auch aktuelle Zeitungsberichte, Fotos von Besuchen von zwei HSV-Spielern im Domizil und Eintrittskarten von Stadionbesuchen in den Koffer aufgenommen. Jetzt freuen sich alle darauf, dass sie beim Stammtisch Besuch bekommen, um allen Interessierten vor Ort die Arbeit mit dem Erinnerungskoffer zu demonstrieren.
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