23.09.2024
HSV-Spieler begeisterten Senioren
Das Kursana Domizil Oststeinbek mit seinen fußballbegeisterten Bewohnern pflegt eine enge Kooperation mit dem HSV. Jetzt besuchten mit HSV-Kapitän Sebastian Schonlau (30) und Torwart Tom Mickel (35) zum ersten Mal zwei junge Profikicker die Pflegeeinrichtung.
Groß war die Aufregung bei den fußballbegeisterten Senioren im Kursana Domizil Oststeinbek, als ihnen HSV-Kapitän Sebastian Schonlau (30) und Torwart Tom Mickel (35) einen Besuch in der Pflegeeinrichtung abstatteten. Als sie beim Kaffeetrinken über Fußball fachsimpelten, waren Jung und Alt schnell per Du. Anschließend schrieben die beiden Profikicker viele Autogramme und standen für gemeinsame Erinnerungsfotos zur Verfügung. „Es ist toll, all die strahlenden Augen zu sehen und so viel Freude bei unseren treuen Fans zu erleben“, sagte Sebastian Schonlau, der zusammen mit Tom Mickel im Rahmen des HSV-Inklusionsprojektes zum ersten Mal eine Senioreneinrichtung besuchte. „Wir bekommen im Stadion auch in schweren Zeiten so viel Unterstützung von den Rängen, dass wir mit unseren Besuchen etwas zurückgeben möchten.“
Seit zwei Jahren haben sich die Senioren mehrfach im Volksparkstadion mit dem HSV-Vizepräsidenten Bernd Wehmeyer zum Erinnerungstalk getroffen. Das Domizil war eine der ersten Pflegeeinrichtungen, die für ihre Biografiearbeit vom Verein einen eigenen HSV-Erinnerungskoffer mit alten Fotos und nostalgischen Exponaten zur Vereinsgeschichte bekamen. 15 Bewohner kommen einmal im Monat zusammen, um mit dem Ehrenamtler Björn Schmidt in Fußballerinnerungen zu schwelgen. Aktuelle Spiele werden beim „Public Viewing“ gemeinsam geschaut, deshalb sind einige Senioren bis heute gut informiert.
„Euer Linksaußen Jean-Luc Dompé ist ja auf dem Spielfeld eine echte Waffe“, meinte Bewohner Helmut Haase (87) schmunzelnd. Gerhard Krüger (92) fragte nach, wie der HSV daran arbeite, zu alter Form zurückzukehren. Und Karin Hufschmidt (87) die schon mit ihrem Vater das Stadion besuchte und Uwe Seeler privat kannte, hielt ihren HSV-Schal fürs Signieren bereit. Auch Vera von Bröckel (95), die älteste Ehrenamtliche im Haus, suchte das Gespräch mit den Fußball-Profis: „Ich vermisse die berüchtigten Bananenflanken von Manfred Kaltz. Warum wird auf dem Rasen nicht mehr so gefühlvoll wie früher gespielt?“
Sebastian Schonlau und Tom Mickel, die beide aufgrund der Demenzerkrankung ihrer Großväter Erfahrung im Umgang mit Betroffenen haben, gingen einfühlsam auf die Bewohner ein. Mit den Kindern von Mitarbeitenden, die selbst Fußball spielen, kickten sie eine Runde im Garten und gaben einige Trainingstipps weiter. Am Ende ließen sich die beiden Spieler nicht nehmen, noch einen Rundgang durch das Haus zu machen und neben einigen Zimmern auch die Dachterrasse zu besichtigen. „Hier lässt es sich gut leben“, meinten sie. Tom Mickel war zudem von den Pflegenden vor Ort beeindruckt. „Durch Ihr Engagement schaffen Sie eine tolle Atmosphäre im Haus“, sagte er zum Abschied. Die beiden Spieler versprachen, wieder einmal im Domizil vorbeizuschauen. Doch vorher gibt es ein Wiedersehen im Stadion, denn die fitten Bewohner im Haus sind regelmäßig bei den Heimspielen im Volksparkstadion dabei, um „ihren HSV“ anzufeuern.
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