16.10.2026
Erntedankgottesdienst erinnert an die Grundlage des Lebens
Beim Erntedankgottesdienst im Kursana Domizil Otzberg ging es um die fundamentale Frage, was der Mensch zum Leben braucht?
Otzberg. Parrerin Amelie Sinapius vom Evangelischen Kirchspiel Otzberg
Otzberg. Pfarrerin Amelie Sinapius vom Evangelischen Kirchspiel Otzberg verband den religiösen Gedanken des Erntedanks beim Gottesdienst im Kursana Domizil mit einer Frage, die angesichts zunehmender Trockenheit und der Hitzeperiode besonders in diesem Jahr an Aktualität gewonnen hat: Wie selbstverständlich nehmen wir die Grundlagen unseres Lebens wahr? Sie lenkte den Blick auf vier grundlegende Elemente: Feuer, Wasser, Erde und Licht – allesamt eine Lebensgrundlage, die Menschen brauchen und deren Wert im Alltag leicht aus dem Blick gerät.
Der Altar im Saal des Kursana Domizils war zum Erntedankfest traditionell reichlich und farbenfroh mit den Früchten der Wiesen und Felder geschmückt. Pfarrerin Amelie Sinapius bezog die Senioren in den Gottesdienst ein. Sie fragte nach den Inhalten von vier Gläsern, die sich mitgebracht hatte. Damit veranschaulichte sie symbolisch die vier Elemente. Besonders das Wasser rückte dabei in den Fokus. Die extreme Trockenheit hat in diesem Sommer gezeigt, wie verletzlich natürliche Lebensgrundlagen sind. Trinkwasser erscheint im Alltag selbstverständlich – bis seine Verfügbarkeit zur gesellschaftlichen und persönlichen Frage wird.
Die Ernte steht in erster Linie für Natur und Lebensmittel, doch sie verweist auch auf das eigene Leben: auf Erfahrungen, Beziehungen, Verluste und das, was über viele Jahrzehnte gewachsen ist. Der Gottesdienst schaffte Raum, diese Lebensbilanz mit vertrauten religiösen Bildern und Ritualen zu verbinden. Die Senioren sangen Lieder wie „Wir pflügen und wir streuen“ sowie „Gott hält die ganze Welt in seiner Hand“, die von Eleonore Büchler an der Orgel begleitet wurden.
Die Worte der Pfarrerin luden dazu ein, den christlichen Glauben mit den Erfahrungen des eigenen Lebens zu verbinden, auf das Vergangene zurückzublicken und für das Gute im Leben dankbar zu sein. Die Segenswünsche am Ende rundeten den lebendigen Gottesdienst ab.
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