Emanuela Köhler (von links), Elisabeth Söllner und Herta Burkhardt genießen ihren Lebensabend im Kursana Domizil Pullach.
Pullach. Im Domizil gehören Elisabeth Söllner, Emanuela Köhler und Herta Burkhardt zu den ältesten Bewohnerinnen des Hauses. Drei Frauen, drei Lebensläufe – und drei sehr unterschiedliche Arten, auf ein langes Leben zu blicken.
Elisabeth Söllner stammt aus Rheinland-Pfalz. Die Zeit nach dem Krieg beschreibt die 103-Jährige als „schwere Zeit“ – und doch sagt sie im nächsten Moment etwas, das fast überrascht: „Meine Zeit war überall schön.“
Dahinter steckt ihre Haltung, sich in Umständen zurechtzufinden, ohne sich von ihnen bestimmen zu lassen. „Wo ich war, wo ich hinkam, ich konnte überall gut dabei sein“, resümiert sie.
Bewegung als Ankerpunkt
Emanuela Köhler kommt aus Prag, wohnte lang in Norddeutschland und führte ein Leben, in dem Bewegung lange eine Selbstverständlichkeit war. Am liebsten tat die 101-Jährige das beim Turnen oder bei der Gymnastik. Die Turnhalle in Pullach war dabei ihr Ankerpunkt.
Herta Burkhardt stammt aus dem Gebiet der damaligen Tschechoslowakei. Die 104-Jährige berichtet von ihrer Arbeit bei der Reichsbahn und von einem Einschnitt, der sich als tiefer Schatten in ihr Gedächtnis gelegt hat. „Das war ganz, ganz schlimm“, erzählt sie über eine plötzliche Entlassung in Zeiten von Flucht und Vertreibung.
Trotzdem sind Burkhardts Erzählungen nicht dunkel. Sie erzählt auch von Natur, von Orten im heutigen Tschechien, die ihr als Kind „ideal“ vorkamen, und von Bewegung als ihr Lebenselixier. „Ich bin noch mit 80 Ski gefahren“, betont sie.
„Wollten alt werden – aber so alt vielleicht nicht“
Wenn die drei Frauen über das Altwerden sprechen, kippt der Ton immer wieder ins Humorvolle. „Wir wollten alle alt werden, aber so alt vielleicht nicht“, witzelt Söllner.
Heute leben die drei Seniorinnen im Kursana Domizil Pullach. Was macht ihren Alltag mit über hundert Lebensjahren aus? Herta Burkhardt beschreibt es weniger als Gefühl, eher als Summe aus Angeboten und Aufmerksamkeit. „Es wird viel geboten“, erklärt sie und nennt Konzerte, Gesangsabende sowie gemeinsame Runden.
Ein Erlebnis bleibt ihr besonders warm in Erinnerung: Der gemeinsame Abend am Martinstag mit Feuer im Garten, Glühwein und Lebkuchen. „Das war so schön“, sagt sie.
Zur Übersicht