26.05.2026
Endlich genug Zeit für die Pflege
Krankenschwester Susanne Wind (39) hat einen Arbeitsplatz gesucht, an dem sie den eigenen Ansprüchen an gute Pflege gerecht werden kann und beruflich vorankommt – als Leiterin des Demenz-Wohnbereiches in der Villa Reinbek hat sie ihn gefunden.
Reinbek. Wenn die Reinbekerin Susanne Wind morgens mit dem E-Bike zur Arbeit in die Kursana Villa im Ort fährt, hat sie gute Laune. „Ich fühle mich in meinem Beruf angekommen“, sagt die 39-Jährige, die seit acht Monaten den geschützten Wohnbereich für demenziell Erkrankte im Haus leitet. „Ich war auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung, in der ich in einer Leitungsfunktion die Pflege so gestalten kann, wie ich sie meinen eigenen Angehörigen wünsche. Dass ich meine Ansprüche mit familienfreundlichen Arbeitszeiten verbinden kann und meist am Nachmittag Zeit für meinen Sohn habe, macht für mich die Sache rund.“
Altersmedizin ist ihre Leidenschaft
Susanne Wind war schon als Schülerin klar, dass sie Krankenschwester werden möchte. Sie absolvierte ein Freiwilliges Soziales Jahr im Reinbeker Krankenhaus und schloss dort gleich die Ausbildung zur Pflegefachkraft an. Durch ihr Interesse an Altersmedizin konzentrierte sie sich schließlich auf die Arbeit in der Geriatrie und qualifizierte sich zudem zur Dokumentations-Fachkraft und Praxisanleiterin für Auszubildende. „Ich kann gut mit alten Menschen, interessiere mich für ihre Lebensgeschichten und habe Freude an der Biographiearbeit, um den Senioren ein sicheres und geborgenes Gefühl zu geben“, sagt sie. „Da die Patienten im Krankenhaus häufig wechseln, hat mich jetzt die Arbeit in einer Pflegeeinrichtung gereizt, wo man eine intensivere Beziehung zu den Bewohnern aufbauen kann.“
Die Eigenständigkeit der Bewohner soll erhalten werden
In der Villa Reinbek weiß Susanne Wind die demenzfreundliche Atmosphäre und den besseren Personalschlüssel zu schätzen, der eine aktivierende Pflege der Menschen mit kognitiven Einschränkungen ermöglicht. „Wir unterstützen Betroffene beim Waschen, solange es geht, statt es komplett zu übernehmen. Und wir fördern an unseren therapeutischen Tischen, dass Demenzkranke möglichst lange eigenständig essen“, erzählt sie. „Hier kann ich mir auch die Zeit nehmen, die Angehörigen gut zu begleiten. Denn wenn wir sie mit ins Boot holen, entspannt sich die Lage für alle.“ Auch der enge Kontakt zu den Ärzten, die regelmäßigen Fortbildungen für die Mitarbeitenden und der Zusammenhalt im Haus sind für Susanne Wind wichtig. „Es ist toll, dass wir uns hier im Team wirklich aufeinander verlassen können.“
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