11.08.2026
Wünsche für die letzte Lebensphase
Palliativfachkraft Jakob Corleis (22) schult das Team in der Kursana Villa Reinbek für eine gute Begleitung der Senioren am Lebensende. In Gesprächskreisen möchte er den Bewohnern ihre Ängste nehmen.
Reinbek. Als Jakob Corleis (22) die Senioren in der Kursana Villa Reinbek zu einem Gesprächskreis über ihre „Wünsche für die letzte Lebensphase“ einlud, war das Interesse groß. Zwanzig Bewohnerinnen und Bewohner stellten der jungen Palliativfachkraft ihre Fragen zur Versorgung und Begleitung am Lebensende und sprachen offen über ihre Ängste. Dabei flossen Tränen, aber gleichzeitig war die Erleichterung groß. „Die meisten Senioren möchten ihre An- und Zugehörigen schützen. Deshalb sprechen sie nicht über das belastende Thema, obwohl sie großen Redebedarf haben. Diese Last möchte ich ihnen nehmen“, sagt Jakob Corleis, der seit einem halben Jahr in der Villa arbeitet und sich mit Fachwissen und Empathie für die bestmögliche Begleitung der Menschen in ihrer letzten Lebensphase engagiert.
Ein ganzheitlicher Blick auf das Lebensende
Seit er als 14-Jähriger sein Schulpraktikum in einer stationären Pflegeeinrichtung absolviert hat, stand für den Teenager aus Schneverdingen der Berufswunsch fest. „Ich mag den herzlichen Umgang mit den Senioren, zu denen ich in der Pflege eine echte Beziehung aufbauen kann“, bringt es Jakob Corleis auf den Punkt. Bald nach der dreijährigen Ausbildung zur Pflegefachkraft absolvierte er die halbjährliche Fortbildung in „Palliative Care“, die ihn für die Beratung, Begleitung und Versorgung schwerkranker und sterbender Menschen qualifiziert. „Mir ist der ganzheitliche Blick auf das Lebensende wichtig“, sagt er. „Es geht nicht nur darum, alle Möglichkeiten der Schmerzbekämpfung auszuschöpfen. Wir sollten auch die nahestehenden Menschen mit ins Boot holen, um einen guten Abschied zu ermöglichen.“
Geborgenheit und Glücksmomente schenken
Aktuell schult Jakob Corleis das Team in der Villa und legt dabei auch einen Schwerpunkt auf eine effektive Selbstfürsorge. Gerade hat er einen sechsseitigen Fragebogen zu den Wünschen für die letzte Lebensphase entwickelt, den bereits einige Bewohner nutzen. Hier tragen sie beispielsweise ein, welche Musik und welche Düfte sie bevorzugen und was ihnen im Leben besonders wichtig ist. „Wenn wir ihre persönlichen Vorlieben kennen, können wir den Bewohnern auch am Lebensende besondere Glücksmomente bescheren“, sagt Jakob Corleis. So hat er einmal den ASB-Wünschewagen engagiert, um einer Bewohnerin und ihrer Familie den Besuch auf einem Tierschutzhof zu ermöglichen. Und er hat einen leidenschaftlichen Winterfan im Pflegebett mit einer Schale Schnee zum Strahlen gebracht.
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