Heike Tusche freut sich, dass sie mit Franck aus Kamerun, der im Domizil gerade seine Ausbildung macht, auch afrikanische Erinnerungen austauschen kann. Foto: Gregor Lorenz

 
23.09.2025

Jenseits von Afrika Mission gefunden

Das Leben schreibt die besten Geschichten. Heike Tusche (61) verlor ihr Herz an Afrika, wanderte nach Kenia aus. Aber das Wohl der Familie wog mehr. Sie kehrte zurück und fand ihre Mission im Kursana Domizil Schneeberg.

Schneeberg. Das hätte sie sich mal nicht träumen lassen: Afrikanische Begegnungen im Kursana Domizil Schneeberg. Gleich mehrere Azubis aus Kamerun durchlaufen im Domizil gerade die Ausbildung zur Pflegefachkraft. Franck (24) beispielsweise, ein Kerl wie ein Baum mit einer ansteckenden Fröhlichkeit. Pflegedienstleiterin Heike Tusche kann sich gut auf seine Mentalität einstellen, denn sie kennt Afrika nicht nur vom Urlaub her. Er erinnert sie an ihren Alltag in Kenia, den sie eigentlich für immer dort verbringen wollte. „Das war meine große Vision damals“, denkt die gebürtige Zwickauerin zurück. Den hatte die gelernte Krankenschwester, nachdem sie in den 1990ern ein paarmal ihre Ferien in Kenia verbrachte.

Optimistisch stürzte die Sächsin 1997 mit ihrer jungen Familie ins Afrika-Abenteuer, baute mit ihrem Mann an Kenias Küste ein eigenes Haus. Aber als ihre zwei Kinder die Ausbildung beginnen wollten, gab es Probleme. Zudem wurden die Eltern pflegebedürftig, die Ehe von Heike Tusche scheiterte. „Deshalb zog ich nach drei Jahren die Notbremse und kehrte nach Deutschland zurück“, erzählt sie. Zunächst fand sie im Kursana Domizil Regensburg eine neue berufliche Heimat.

2017 wechselte Heike Tusche ins Kursana Domizil Schneeberg. Schon nach wenigen Wochen wurde sie Pflegedienstleiterin. Ein Job, den sie bis heute mit Energie, Empathie und einem ganz sensiblen Gespür ausfüllt. Das hilft ihr auch bei emotionalen Grenzerfahrungen. Zum Beispiel, als ihr Vater rund ein Jahr im Demenzbereich des Domizils wohnte. „Das ging schon unter die Haut, den Vater jeden Tag zu sehen, wie er sich von der Welt verabschiedete und zunehmend in seiner eigenen lebte.“ Nach der Arbeit kümmert sich Heike Tusche heute liebevoll um ihre Mutter. „Das hätte ich alles von Kenia aus nicht machen können“, blickt sie auf ihr Auswanderer-Abenteuer zurück. „Ich habe es genossen. Aber das Kapitel ist abgeschlossen“, meint sie selbstbestimmt. Und so macht sie mit ihrem zweiten Ehemann lieber auf Kreta, statt in Kenia Urlaub. Doch schön ist es schon, auch mit Mitarbeitern über Afrika zu schwatzen. Wie mit Franck aus Kamerun.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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