Auch Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe war – zur Freude von Johanna Kopp – unter den Gratulanten
Schwedt. Großer Trubel im Haus Andreas. Die Bewohnerin Johanna Kopp feiert ihren 100. Geburtstag. Seit vier Jahren lebt die Jubilarin, die einst im holländischen Utrecht geboren wurde, im Kursana Domizil. Davor war sie seit 1952 im sieben Kilometer entfernten Heinersdorf zu Hause.
1940 hatte Johanna Hagemas den deutschen Soldaten Willi Kopp kennen- und lieben gelernt und unter widrigen Umständen 1943 geheiratet. 59 Jahre, bis zu seinem Tod, lebten sie zusammen. Sieben Kinder hat sie zur Welt gebracht. Mit den beiden Jüngsten, die damals zwei Jahre und zweieinhalb Monate alt waren, war sie nach dem Ende des zweiten Weltkrieges zu Fuß bis zum Oderhaff gelaufen. Als Mädchen aus der Stadt hat sie gelernt, Feld- und Gartenarbeit zu verrichten. Was dort wuchs, hat sie verarbeitet. Ihr Sohn erinnert sich, dass sie bis zu 130 Gläser im Jahr eingeweckt hat. Als Ehefrau eines Jägers lernte sie, Wild zu zerteilen und zu verarbeiten.
Sie war schon Mitte 40 als sie Zeit für eine eigene berufliche Ausbildung fand. In Frankfurt (Oder) besuchte sie ein Fachschule und schloss sie erfolgreich als Hortnerin mit Lehrbefähigung für Sport, Mathe und Deutsch ab. Dass sie als gebürtige Holländerin nun Deutsch unterrichten konnte, machte sie besonders stolz. Zur Arbeit nach Schwedt fuhr sie stets mit dem Fahrrad.
Es ist kein leeres Gerede, wenn man sagt, dass man Johanna Kopp die 100 nicht ansieht. Wie sie es geschafft hat, so alt zu werden, erklärt sie mit gesunder Ernährung, guten Genen (zwei ihrer Großeltern sind 103 bzw. 106 Jahre alt geworden) und vielen freundschaftlichen und familiären Kontakten. Sie würde keine Feier auslassen und trinke gern mal ein Glas Rotwein, erklärt ihr Sohn mit einem Augenzwinkern. Zudem sei sie optimistisch und gehe stets offen auf andere Menschen zu. Sport und Gesang hätten sie fit gehalten. Damit sie auch fit im Kopf bleibt, liest sie die Märkische Oderzeitung und löst Kreuzworträtsel.
Im Haus Andreas nimmt sie mit Freuden an den Angeboten teil, ob es nun etwas zu feiern gibt, eine Kutschfahrt ansteht oder der Gottesdienst ansteht. Vor den Feierlichkeiten zu ihrem Ehrentag war sie freudig erregt, schließlich stehe sie ja nicht jeden Tag so im Mittepunkt. Die Mitarbeitenden im Kursana richteten ihr im Andachtsraum eine wunderschöne Kaffeetafel her, Bürgermeisterin Annekathrin Hoppe kam zum Gratulieren und am Abend ging es mit der Familie in ein Schwedter Restaurant.
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