Karsten Bischof und sein Hund Paco.
Wittenberg. Einfach nur Rentner sein, das kam für Karsten Bischof nie infrage. Im Kursana Domizil Wittenberg hat der umtriebige Sozialpädagoge im Ruhestand eine Aufgabe gefunden, die vielen Menschen Freude bereitet und ihm das Gefühl gibt, gebraucht zu werden.
Jeden Montag und jeden Freitag leitet Karsten Bischof ein Gruppenangebot. Auf dem Programm stehen Rate- und Merkspiele, Ball- und Wurfspiele sowie Übungen, die die Sinne ansprechen, ob Fühlen, Riechen, Tasten oder Schmecken. „Wir lachen auch sehr viel dabei“, erzählt er. Es gehe um Bewegung, Koordination und darum, Fähigkeiten zu aktivieren, die vielleicht etwas verloren gegangen sind.
Unterstützt wird Karsten Bischof von Paco, einem fünfjährigen, ausgebildeten Therapiehund. „Der sagt mir, wie die Stimmung ist. So kann ich darauf eingehen“, erklärt der Ehrenamtliche. Die Bewohner dürfen den Hund füttern und streicheln oder auch mal ein Kommando geben. Dabei entstehen Gespräche über frühere Haustiere und eigene Erlebnisse. Paco fühlt sich im Haus sichtlich wohl – so sehr, dass er kaum noch daran vorbeigehen möchte.
Karsten Bischof liest auch vor, besonders gerne Geschichten aus seinem eigenen Leben, die er mal aufgeschrieben hat. „Die sind auch ein bisschen verrückt. Als Kind habe ich meine Eltern oft geärgert“, verrät er. Die persönlichen Anekdoten sorgen für Heiterkeit und laden die Zuhörenden ein, eigene Erinnerungen zu teilen.
Als Sozialpädagoge hat Karsten Bischof vor allem mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. Auch heute noch setzt er sich für sie ein. Ob ihm auch die Arbeit mit Senioren liegen würde, wusste er nicht sicher. Heute sagt er: „Es macht mir großen Spaß.“ Auch die Mitarbeitenden schätzen sein Engagement sehr. „Er sorgt für frischen Wind und neue Ideen und ist für die Senioren eine weitere, interessante Bezugsperson“, findet die Leiterin der sozialen Betreuung Kathrin Dörstling. Und er bringt mit, was in ihrem Berufsalltag oft Mangelware ist: Zeit.
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