Weißt du noch? Alte Bilder erinnerten an die Geschichte eines Stadtteils. Workshop mit der Künstlerin Julia Peters im Kursana Domizil Wolfen.

 
01.09.2026

Wolfen-Nord: Erinnerungen und Zukunftspläne

Bei einem Workshop mit der Künstlerin Julia Peters haben Bewohnerinnen und Bewohner des Kursana Domizils Wolfen ihre Erinnerungen geteilt und Ideen für die Zukunft des Stadtteils festgehalten. Ihre Gedanken werden von Kindern weitergeführt – in einem künstlerischen Dialog der Generationen.

Wolfen. Als die alten Fotografien auf den Tischen liegen, werden Erinnerungen wach. Die Seniorinnen und Senioren, die früher in Wolfen-Nord lebten und heute im Kursana Domizil, betrachten Straßenzüge, Häuser und vertraute Orte – und erzählen. Von Tanzveranstaltungen in der Zentrumsgaststätte, von der Film- und Farbenfabrik, aber auch von einschneidenden Ereignissen wie der Explosion eines Wohnhauses. 

Seit der Wende hat sich der Stadtteil grundlegend verändert. Lebten dort einst rund 35.000 Menschen, sind es heute noch etwa 6000. Wo früher Schulen und Wohnhäuser standen, liegen inzwischen zahlreiche Flächen brach. Ein Teil dieser Areale soll neu gestaltet werden. „Wie war Wolfen-Nord früher?“, will die Künstlerin von den Seniorinnen und Senioren wissen. Und: „Was fehlt heute? Was würde sich schön anfühlen?“

Wunschliste für Lebensqualität

Der Workshop mit Julia Peters ist Teil ihres Projekts „Wolfen-Nord im Wandel. Ein Generationendialog über unseren Stadtteil“. Auf vorbereiteten Stadtplänen und Motiven zeichnen, stempeln und notieren die Seniorinnen und Senioren ihre Wünsche. Dabei entsteht ein konkretes Bild von dem, was einen lebenswerten Stadtteil ausmachen kann: Bänke für Pausen beim Spaziergang, mehr Bäume, ein funktionierender Springbrunnen und ein Spielplatz. Auch ausreichende Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe vermissen viele. Andere wünschen sich Sauberkeit, und dass keiner Wolfen-Nord mutwillig zerstört.

Ideen von Alt und Jung

„Die Bewohnerinnen und Bewohner waren von der ersten Minute an eifrig dabei“, berichtet die Leiterin der Sozialen Betreuung Bianka Dittrich. Gerade die Fotos hätten viele Geschichten und Erinnerungen hervorgeholt. Die Künstlerin wiederum sei beeindruckt gewesen vom reichen Erfahrungsschatz der Teilnehmenden und von den vielen Ideen zur Verschönerung der Stadt.

In einem zweiten Schritt werden nun Kinder einer heilpädagogischen Tagesgruppe die gestalteten Karten weiterzeichnen. So treffen Wünsche, Erlebnisse und Perspektiven unterschiedlicher Generationen aufeinander. Aus einzelnen Linien, Stempeln und Sätzen entsteht ein kleiner künstlerischer Austausch darüber, was Wolfen-Nord war – und was es werden könnte.

Ende November sollen die Ergebnisse im Christopherus-Haus ausgestellt werden.

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