Wachkoma (Phase F)
Die Kursana Domizile Bad Muskau und Greifswald bieten eine auf die Bedürfnisse von Bewohnern mit Wachkoma (apallisches Syndrom) abgestimmte Pflege und Betreuung an. Jährlich erleiden etwa 20 bis 25 Personen pro einer Million Einwohner aller Altersgruppen Unfälle oder Erkrankungen, die mit einem länger als einen Monat andauernden Syndrom der Bewusstlosigkeit einhergehen.
Wir wollen den betroffenen Menschen ein Leben in einem warmen, liebevollen und therapeutischem Umfeld ermöglichen. Eine intensive Pflege und behutsame Versorgung kann entscheidend zur Stabilisierung und Verbesserung des Gesundheitszustands beitragen. Die Angehörigen verstehen wir dabei als wichtigen Partner in der Pflege und Betreuung der Betroffenen. Sie sind eine große Hilfe und Unterstützung bei der Gestaltung des Alltags in unseren Einrichtungen und werden aktiv in den Tagesablauf eingebunden. Die individuelle Betreuung der Bewohner und der persönliche Kontakt zu ihren Angehörigen bilden die Grundlage, um eine sichere und angenehme Atmosphäre für die Betroffenen zu schaffen.
Leistungsumfang
In den Kursana Domizilen Bad Muskau und Greifswald beinhaltet unser Versorgungsumfang eine therapeutisch-aktive Pflege und Betreuung mit folgenden Leistungen:
- aktivierende Grund- und Behandlungspflege sowie soziale Betreuung
- ärztliche Behandlung und Überwachung des Funktions- und Gesundheitszustands, Intervention bei Infektion, Stoffwechselentgleisung, Atmungs- und Kreislaufversagen
- Einsatz von Heilmitteln nach vertragsärztlicher Verordnung (Therapieverordnungen)
- psychosoziale Leistungen für den Pflegebedürftigen
- soziale Betreuung der Angehörigen (Beratung, Anleitung, Begleitung)
Krankheitsbild
Das apallische Syndrom (Wachkoma) ist ein neurologisches Krankheitsbild, das durch schwerste Schädigung des Großhirns hervorgerufen wird. Kortikale Funktionen sind definitiv geschädigt (Kortextod). Der Mensch ist zum reinen „Stammhirnwesen“ geworden: Herz und Atmung funktionieren weiter, ebenso die Körperregulationen und niedere Reflexe wie Greifen und Saugen. Er bleibt aber bewusstlos und muss künstlich ernährt werden.
Rehabilitationspotenzial
50 % der Patienten überwinden den Zustand der Bewusstlosigkeit und erreichen anschließend die sogenannte postapallische Phase. Es besteht dann ein Rehabilitationspotenzial bei allerdings starker Bewegungs- und Kommunikationsbehinderung. Beim Erkennen eines Rehabilitationspotential veranlasst das Pflegeteam über den Arzt die Wiederaufnahme einer stationären Rehabilitation mit dem Ziel der Rückführung in das eigene Zuhause.
Der andere Teil der Patienten kann sehr lange, mehrere Monate bis Jahre, im apallischen Zustand verbleiben. Mit dessen zunehmender Dauer verringern sich die Rehabilitationsmöglichkeiten und die zustandserhaltende Pflege wird zur wichtigsten Betreuungsaufgabe.

