07.04.2025
Nach Quereinstieg zur Führungskraft aufgestiegen
Die studierte Germanistin Nelly Fischer beginnt einst im Kursana Domizil Barsinghausen eine neue Tätigkeit als ungelernte Hilfskraft. In den Ruhestand geht sie als Leiterin der Sozialen Betreuung.
Barsinghausen. Es war ein Quereinstieg, der schließlich zu einer Erfolgsgeschichte wurde: Gut 15 Jahre liegt es inzwischen bereits zurück, dass die studierte Germanistin Nelly Fischer im Kursana Domizil Barsinghausen einen Neubeginn wagte. Im Pflegeheim am Deisterplatz suchte sie eine neue Herausforderung und startete dann als ungelernte Hilfskraft in der Pflege- und Betreuungsbranche so richtig durch - bis in die Führungsebene: In den Ruhestand gegangen ist die 66-jährige Fischer jetzt als Leiterin der Sozialen Betreuung.
„Sie hat sich mit viel Empathie, Kompetenz und Loyalität nach oben gearbeitet“, berichtet Kursana-Direktorin Isabel Breuherr bei der feierlichen Verabschiedung. Fischer habe im Januar 2011 als Hilfskraft ohne eine entsprechende Ausbildung in der Betreuung angefangen. Die Deutschlehrerin mit akademischem Abschluss profitierte nach dem Quereinstieg von ihrer Zielstrebigkeit und jeder Menge Talent. Zahlreiche Fortbildungen ebneten ihr einen steilen Aufstieg. „Eine Legende geht in den Ruhestand. Wir werden Sie sehr vermissen“, fasste die Direktorin die einhellige Meinung des Personals und der Bewohnerschaft zusammen.
Fischer blickte anlässlich ihrer Verabschiedung noch einmal zurück: Sie sei vor 33 Jahren als Russlanddeutsche aus Kasachstan in der früheren Sowjetunion gemeinsam mit ihrem Ehemann nach Deutschland ausgewandert - als studierte Germanistin. „Mein Abschluss wurde in Deutschland nicht anerkannt, aber ich konnte freiberuflich als Deutschlehrerin an der Volkshochschule, an einer Sprachschule und im Integrationsbereich als Dozentin arbeiten“, erzählte Fischer.
Sie verspürte aber irgendwann schließlich den Wunsch, als Angestellte zu arbeiten. „Ich habe eine feste Stelle gesucht und erfahren, dass ein Quereinstieg im sozialen Dienst von Altenheimen möglich ist“, so Fischer. Diese Herausforderung habe sie auch sehr angesprochen. In Barsinghausen habe sie sich dann beim Kursana Domzil beworben und auch schnell mit ihrer neuen Tätigkeit beginnen können. „Dann habe ich Laufe der Jahre viele Fort- und Weiterbildungen gemacht“, sagte Fischer am Rande ihrer Verabschiedung.
Die Neuruheständlerin zeichnete auch noch einmal ihren beruflichen Aufstieg nach: „Ich wurde bald stellvertretende Leiterin der Sozialen Betreuung.“ Schließlich habe sie eine große Chance erhalten und den vakanten Posten der Betreuungsleitung kommissarisch übernommen.
Direktorin Breuherr zeigte sich jetzt noch einmal beeindruckt von den Leistungen der einst ungelernten Hilfskraft. „Wir haben den gesamten Bereich schnell gemeinsam organisiert und dokumentiert“, berichtete Breuherr vom reibungslosen Übergang. Die Direktorin hofft trotz des Ruhestandes von Fischer auf regelmäßige Wiedersehen. „Wir freuen uns, wenn sie uns beim Sommerfest als Gast besucht“, sagte Breuherr.
Die 66-Jährige nahm die Einladung gerne und umgehend an: „Ich werde sehr gerne zum Fest kommen.“ Die verheiratete Fischer wohnt in Barsinghausen, hat zwei erwachsene Kinder und drei Enkelkinder. Sie betonte: „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“ Zwar freue sie sich sehr, als Rentnerin nun mehr Zeit mit ihrer Familie und den Enkelkindern zu verbringen. „Ich habe meinen Job im Kursana Domizil aber sehr gerne gemacht und werde die Kollegen und die Bewohner sehr vermissen“, sagte Fischer.
Sie wird aber künftig auch noch mehr Zeit für ihre Hobbys haben: „Ich male gerne“, berichtete Fischer. Sie verwies auch auf ihren Bewegungsdrang: „Ich mache beim Sportverein VSV Hohenbostel Fitness und Tai Chi.“
Zur Übersicht