20.08.2025
Türkisches Fachkräfteduo ist hoch anerkannt
Im Kursana Domizil Barsinghausen sind seit einem Jahr zwei Krankenpfleger aus der Türkei im Einsatz. Jetzt haben beide ihre Prüfungen für die Anerkennung ihrer Ausbildung in Deutschland bestanden.
Barsinghausen. Wenn es im Kursana Domizil Barsinghausen um ihre neuen Mitarbeiter aus der Türkei geht, gerät Einrichtungsleiterin Isabel Breuherr förmlich ins Schwärmen: Die beiden gelernten Gesundheits- und Krankenpfleger Onur Polat und Umut Gaygi seien vor einem Jahr nach Deutschland gekommen. „Sie machen einen fantastischen Job. Ich bin so glücklich, dass beide den Weg zu mir gefunden haben“, sagt Kursana-Direktorin Breuherr über ihr neues Fachkräfteduo.
Der 24-jährige Polat und der 25-jährige Gaygi sind aber nicht nur im Kollegenkreis sowie bei der Bewohnerschaft der Senioreneinrichtung am Deisterplatz bereits hoch anerkannt. Die jungen Männer haben ein Jahr nach ihrem Einstieg jetzt auch beide ihre Prüfung für die Anerkennung ihrer Ausbildung in Deutschland bestanden. „Sie haben sich super integriert und gehen so liebevoll mit den Bewohnern um“, sagt Direktorin Breuherr.
Bei dem 24-jährigen Polat sind die persönlichen Umgangsformen ein Teil seiner grundsätzlichen Lebenseinstellung: „Ich wollte schon immer Menschen helfen, weil ich ein sehr sozialer Mensch bin“, berichtet der junge Mann. Deshalb sei es für ihn selbstverständlich gewesen, einen Beruf zu wählen, der sowohl Herz als auch Verantwortung erfordere.
Ursprünglich kommt Polat aus der türkischen Stadt Eskisehir und ist dort auch aufgewachsen. Der 24-Jährige absolvierte seine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger von 2018 bis 2022 an der Ankara Gülhane Universität. Polat ist ledig und wohnt jetzt in Barsinghausen. Vor seinem Dienstbeginn im Domizil war er sechs Monate lang in verschiedenen Fachbereichen eines Krankenhauses tätig.
Im Kursana Domizil ist sein Aufgabengebiet als examinierte Pflegefachkraft vielfältig: „Grund- und Behandlungspflege, Medikamentengabe, Betreuung und Beratung der Bewohner sowie Dokumentation der Pflegeprozesse“, nennt Direktorin Breuherr einige Beispiele. Der 24-jährige Polat setzt das aber auf seine ganz persönliche Art und Weise um: „Ich möchte mit Herz, Respekt und einem Lächeln pflegen“, beschreibt er seine berufliche Einstellung.
Für seine Aufgaben als anerkannte Fachkraft hat sich Polat aber noch viel mehr vorgenommen: „Ich möchte jeden Tag das Beste für die Bewohner geben, ihre Lebensqualität steigern und im Team stets positiv und lösungsorientiert arbeiten.“
Polat entschied sich nach eigenen Angaben ganz bewusst für Deutschland, weil er eine Arbeitsweise bevorzuge, die „stärker auf ganzheitliche Pflege und individuelle Betreuung ausgerichtet“ sei. Zudem schätze er es sehr, neue Kulturen kennenzulernen und sich mit Menschen aus unterschiedlichen Lebenskreisen auszutauschen. „Ich schätze es aber vor allem auch, die deutsche Kultur, die ich schon lange bewundere, persönlich zu erleben“, sagt der junge Mann.
Das betrifft auch seine Freizeitgestaltung: Ausgleich zum Pflegealltag findet der 24-Jährige beim Fitnesssport, Joggen, Wandern in der Natur, Schwimmen und verschiedenen Outdoor-Sportarten.
Auch der 25-jährige Umut Gaygi fühlt sich in Deutschland sehr wohl: „Deutschland bietet mir die Möglichkeit, mich fachlich weiterzuentwickeln und in einem multikulturellen Umfeld zu arbeiten“, sagt die Pflegefachkraft aus der Türkei. Umut stammt aus der türkischen Hauptstadt Ankara, ist dort aufgewachsen und noch ledig.
Seine bisherigen Erfahrungen als Mitarbeiter des Kursana Domizils: „Besonders schätze ich die Zusammenarbeit im Team und den respektvollen Umgang miteinander“, sagt Gaygi. Bei Kursana fühle er sich willkommen und wertgeschätzt. „Hier kann ich meine Leidenschaft für die Pflege voll einbringen und gleichzeitig neue Erfahrungen sammeln“, berichtet der 25-Jährige, der seit einem Jahr in Hannover lebt.
Seine Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger schloss er im Jahr 2022 an einer der renommiertesten Gesundheitsuniversitäten der Türkei ab. Der Grund für seine Berufswahl: „Ich helfe gerne anderen Menschen und bringe viel Empathie mit. Mich faszinieren auch die Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers sehr.“ Sein großes Interesse an den Gesundheitswissenschaften motiviere ihn täglich, sein Wissen zu erweitern und die bestmögliche Pflege zu gewährleisten, sagt der junge Mann.
Gaygi ist aber auch noch im Besitz eines B2-Zertifikates für Englisch und arbeitete bereits ehrenamtlich als Übersetzer. Bevor er seine Tätigkeit im Kursana Domizil aufnahm, war er sogar kurzzeitig als Übersetzer in einem Tourismusunternehmen beschäftigt.
Für seine neue Rolle im Kursana Domizil hat sich Gaygi viel vorgenommen: „Ich möchte meine pflegerischen Fähigkeiten weiter ausbauen, mehr Verantwortung übernehmen und die Lebensqualität unserer Bewohner durch individuelle und professionelle Pflege nachhaltig verbessern“, sagt der 25-Jährige. Diese Ziele will er mithilfe seines beruflichen Leitbildes umsetzen: „Mit Herz pflegen, mit Würde begleiten“, so laute sein persönliches Motto als Pflegemitarbeiter.
Gaygi schätzt es in seiner Freizeit sehr, neue Sprachen und Kulturen zu entdecken. Deshalb sind auch Reisen ein großes Hobby des 25-Jährigen. Ausgleich finde er aber auch beim Schach- und Fußballspielen sowie beim Fitnesssport.
Auch für Kursana-Direktorin Breuherr ist das neue Mitarbeiterduo eine kulturelle Bereicherung: „Am meisten freue ich mich immer, wenn wir gemeinsam Nationalgerichte essen können und bei Feiern mit einem Raki anstoßen“, berichtet sie lächelnd.
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