20.05.2026
Mit über 100 Jahren schauen sie nach vorn
Wenn alle hochbetagten Bürgerinnen und Bürgern in einem Ort wohnen würden, entspräche das der Größe einer Kleinstadt. In Deutschland leben knapp 20.000 Menschen im Alter von 100 Jahren und mehr. Dieser Höchststand ist laut Statistischem Bundesamt vor allem auf den medizinischen Fortschritt, verbesserte Lebensbedingungen und einen steigenden Wohlstand in den vergangenen Jahrzehnten zu-rückzuführen. 40 Prozent der Hochbetagten haben sich für eine Senioreneinrichtung entschieden. Drei von ihnen sind in der Kursana Villa Frankfurt zuhause. Sie wurden jetzt im „Klub der Hundertjährigen“ begrüßt.
Frankfurt. Das Trio der über Hundertjährigen strahlt Zuversicht aus. Niemand lässt den Kopf hängen, keine Spur einer resignativen Haltung. Die emotionale Grundstimmung ist positiv. Das Programm heißt Zuversicht, die Perspektive Hoffnung. „Man muss immer nach vorn schauen“, sagt Elisabeth Lang. Sie ist mit 100 Jahren die Jüngste der über Hundertjährigen, die sich im Bistro der Kursana Villa Frankfurt bei Kaffee und Kuchen zu einer Plauderrunde getroffen haben. Cornelia Sagelsdorf, stellvertretende Direktorin der Kursana Villa, begrüßte Anna Wieser (102), Adelheid Wilczok (102) und Elisabeth Lang im „Kursana-Klub der Hundertjährigen“. Die drei ließen sich die Himbeer-Sahne-Torte schmecken.
Trotz einiger Einschränkungen und Handicaps, die das hohe Alter mit sich bringen, eint das Trio das Gefühl, „ein zufriedenes Leben“ zu führen, so die einhellige Meinung. „Wir sind drei alte Schachteln“, sagt Adelheid Wilczok mit einem Augenzwinkern und die beiden anderen am Tisch stimmen lächelnd zu. Mit Humor komme man leichter durchs Leben. Mit Blick auf aktuelle Krisen, Kriege und die globale Entwicklung, bei der einige Staatschefs auf die Macht des Stärkeren setzen, müsse man trotz aller Besorgnis Gelassenheit entwickeln, meinen die Frauen. Diese Einstellung sorgt für mehr Entspannung beim Betrachten der Weltlage. Dass die Generation „100 plus“ schon vieles erlebt hat, kann als ein Geschenk des Alters gesehen werden, denn ein großer Erfahrungsschatz stärkt die Resilienz.
Im „Kursana-Klub der Hundertjährigen“ sprechen die Frauen über ihre früheren Berufe. Anna Wieser erzählt von der Landwirtschaft, Elisabeth Lang von ihrer Arbeit im Reformhaus. Auf die Frage, wie Sie es geschafft haben, so alt zu werden, hat keine der drei eine Antwort parat. Es sei einfach so gekommen. Wie ein roter Faden zieht sich aber Eines durch die Erzählungen: Alle drei über Hundertjährigen halten soziale Beziehungen und Freundschaften für außerordentlich für wichtig. Adelheid Wilczok sagt, die Geburt ihrer Tochter sei ihr glücklichster Moment gewesen. Im „Klub der Hundertjährigen“ freuen sich alle über den regelmäßigen Besuch von Angehörigen. Sie glauben, eine gute Verbindung zur Familie könne ein wirksames Rezept fürs Altwerden sein. „Das hält jung“, sagt Adelheid Wilczok, die Mitte Juni ihren 103. Geburtstag feiert.
Zur Übersicht