Auch nach 35 Jahren fühlt sich die stellvertretende Pflegedienstleiterin und zertifizierte Wundexpertin Marit Dawoud in der Pflege der Kursana Residenz Hamburg zu Hause. ©Kursana

 
02.09.2024

Karrieresprungbrett „Pflege“

35 Jahre in der Kursana Residenz Hamburg und zehn Jahre mobile Wundexpertin im Stadtteil Niendorf – Marit Dawoud (57), stellvertretende Pflegedienstleiterin und zertifizierte Pflegefachfrau für Wundversorgung, feiert im September gleich zwei Jubiläen.

Dass Marit Dawoud im September ihr 35-jähriges Dienstjubiläum in der Kursana Residenz Hamburg feiert, kann die 57-Jährige selbst kaum fassen. „Ich bin nach all den Jahren hier immer noch glücklich in meinem Beruf und habe tatsächlich nie darüber nachgedacht, mich in einer anderen Einrichtung zu bewerben“, sagt die stellvertretende Leiterin vom ambulanten Pflegedienst des Hauses, die sich vor 15 Jahren zur zertifizierten Pflegefachfrau für Wundversorgung weiterqualifiziert hat. Neben der verantwortungsvollen Arbeit in der Residenz kooperiert Marit Dawoud zudem seit einem Jahrzehnt mit mehreren Niendorfer Hausärzten, um deren Patienten als mobile Wundexpertin zu betreuen. „Ich konnte meinen Beruf immer an meine Lebenssituation anpassen und mich in der Pflege weiterentwickeln, so dass ich heute eine große Verantwortung trage und sehr selbständig arbeiten kann“, sagt die zweifache Mutter. „Das Vertrauen, das mir die Menschen entgegenbringen und der tolle Zusammenhalt in unserem Team haben mir in all den Jahren viel Kraft gegeben.“

Ihre Ausbildung zur Krankenschwester hat die gebürtige Stralsunderin 1986 an der Fachhochschule ihrer Heimatstadt abgeschlossen. Da sie einen Ausreiseantrag gestellt hatte, bekam Marit Dawoud jedoch anschließend in der DDR keine Anstellung mehr. Kurz vor dem Mauerfall 1989 kam sie nach Hamburg und wohnte im ersten Monat im Haus eines nahen Verwandten in Niendorf, wo Kursana drei Jahre zuvor seine Seniorenresidenz eröffnet hatte. „Ich war beim Vorstellungsgespräch unglaublich aufgeregt und dankbar, dass hier alle so lieb zu mir waren“, erinnert sich Marit Dawoud, die gleich als Pflegefachkraft auf der vollstationären Pflegestation anfangen konnte und dort schon zwei Jahre später zur stellvertretenden Leiterin aufstieg. Nach der Geburt ihres Sohnes Max 1996 war Marit Dawoud einige Jahre ausschließlich im Nachtdienst tätig, bis sie 2003 das Angebot bekam, als stellvertretende Leitung zum ambulanten Dienst des Hauses zu wechseln. 2008 wurde Tochter Dalia geboren, und ein Jahr später ging ihr Herzenswunsch in Erfüllung, sich zur zertifizierten Wundexpertin weiterzubilden.

„Die Tätigkeit ist anspruchsvoll: Ich muss erkennen, ob sich eine Wunde entzündet hat und ob sie gereinigt werden muss. Dann ist wichtig, sich für die richtige Wundauflage und den passenden Verband zu entscheiden“, sagt sie. „Bei schwerwiegenden Verletzungen und chronischen Wunden begleite ich die Senioren über einen längeren Zeitraum.  Das Schöne daran ist, dass ich dabei den Erfolg der Behandlung miterleben kann.“ Die Versorgung von Ulcus Cruris bei Unterschenkel-Ödemen, diabetischem Fuß, Operationswunden und Hautablederungen nach Stürzen gehört zu Marit Dawouds Tagesgeschäft. Daneben schult sie das Team in der Residenz zum Thema Wundversorgung, organisiert die Tourenplanung der 60 Kolleginnen und Kollegen des ambulanten Dienstes und kümmert sich an einem Tag pro Woche um die Abrechnungen. Auch in ihrer Freizeit kann Marit Dawoud anpacken: Beim Renovieren und Tapezieren könne sie genauso wie beim Radfahren gut entspannen, erzählt sie.

Mittlerweile arbeiten auch ihre beiden Kinder in der Residenz: Dalia (16) jobbt derzeit in den Appartements als Servicekraft, wie es zuvor ihr älterer Bruder zehn Jahre lang gemacht hat. Max (28) ist mittlerweile als Pflegehelfer im Haus tätig. „Ich würde mich freuen, wenn er die Ausbildung zur Fachkraft macht“, sagt Marit Dawoud. Auch wenn die Bürokratie bei der Arbeit zunehme und die Personallage in der Pflege manchmal schwierig sei, bricht Marit Dawoud auch heute noch eine Lanze für ihren Beruf. „Pflege bedeutet viel Verantwortung, Respekt und Einfühlungsvermögen. Wer sich engagiert, kann Karriere machen. Und von den Senioren bekommt man so viel Dankbarkeit zurück“, sagt sie und ist sich sicher: „Ich mache hier mindestens meine 40 Jahre voll.“

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