Barb Seebach (2.v.l.) und ihr Team der „Grünen Schwestern“ engagieren sich in der Residenz Hamburg für ihre Mitbewohnerinnen und Mitbewohner.

 
24.06.2025

Senioren helfen Senioren

Barb Seebach (81) gründete in der Residenz Hamburg die „Grünen Schwestern“, die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner ehrenamtlich unterstützen möchten.

Hamburg-Niendorf. Ob es um eine Besorgung, eine kleine Ausbesserung an einem Kleidungsstück, einen Spaziergang oder einfach einen kurzen Plausch geht – es tut gut, wenn man in der Nachbarschaft auf nette Unterstützung zählen kann. Barb Seebach, die seit zwei Jahren im betreuten Wohnen der Kursana Residenz Hamburg lebt, möchte so ein solidarisches Miteinander der Menschen in der Niendorfer Senioreneinrichtung stärken. Deshalb hat die ehemalige Physiotherapeutin im Haus die „Grünen Schwestern“ gegründet. „Wir sind hier gut versorgt. Ich nehme in der Residenz an vielen Veranstaltungen teil und komme durch meinen Hund Wolly leicht mit meinen Mitbewohnern in Kontakt“, sagt die 81-Jährige. „Aber ich merke an mir selbst, dass man im Alter kritischer und ängstlicher wird. Viele ziehen sich zurück. Deshalb möchte ich mich für den Austausch und den Zusammenhalt im Haus einsetzen.“

Die vierfache Mutter hat 45 Jahre lang als Selbständige nach einem engen Terminplan gearbeitet und ein rundum aktives, erfülltes Leben geführt. Bis zum 70. Lebensjahr war Barb Seebach berufstätig, danach machte sie am Albertinen-Krankenhaus-Hamburg die Fortbildung zur „Grünen Dame“.  Angeregt von den Besuchsdiensten der „Pink Ladies“ in den USA unterstützen diese ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer seit den 1970er Jahren kranke und alte Menschen in Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen bei kleinen Wünschen, um die sich die Mitarbeitenden nicht kümmern können.

Barb Seebachs Initiative, im Haus so einen Hilfsdienst aufzubauen, stieß bei den Menschen auf Interesse. Mittlerweile bietet eine Bewohnerin mit Nähmaschine kleine Reparaturarbeiten an, ein Bewohner ist zu Erledigungen mit seinem Auto bereit. Zwei weitere Damen möchten ihren Mitbewohnern vorlesen oder sie auf Spaziergängen begleiten. Einmal im Monat trifft sich das Team der „Grünen Schwestern“, das weiterhin Unterstützung sucht, in der Residenz zum Austausch. Bei diesen Treffen wurden auch die Grundlagen des Hilfsangebotes besprochen: Es werden immer nur einzelne Termine vereinbart. Und der vertrauliche Umgang mit allen Informationen ist für die Beteiligten oberstes Gebot. 

Dass die Nachfrage am Angebot der „Grünen Schwestern“ im Haus nur langsam anläuft, entmutigt Barb Seebach nicht. „Als Kind fragt man ganz selbstverständlich um Hilfe“, sagt sie. „Im Alter muss man das erst wieder üben.“ Da sie den Einkaufstrolley, in dem sie ihren „Wolly“ transportiert, nicht allein heben kann, bittet Barb Seebach ihre Mitmenschen unterwegs immer wieder um Unterstützung. „Die Leute helfen wirklich gern. Ich mache nur gute Erfahrungen.“

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