Betreuerin Anna-Lena Greiten mit Bewohner Peter Wasielewski während des Märchen Erzählens.

 
30.09.2026

Märchen wecken Erinnerungen an die Kindheit

„Es war einmal“ lautete das Motto des Kursana Domizils Lingen in der Woche der Demenz. Passend dazu wurde an jedem Tag der Woche ein anderes Märchen vorgelesen, das den meisten Betroffenen bekannt war und Erinnerungen auslöste. Zu jedem Märchen gab es, ebenfalls passend, ein anderes Mittagessen.

Lingen. So gab es am Montag zum Mittag einen sehr schmackhaften Rapunzelsalat, am Mittwoch passend zum Apfelpfannkuchen das „Märchen vom dicken, fetten Pfannkuchen“. Donnerstag wurde ein Grießbrei als Nachspeise serviert, durch den man sich essen musste, um ins Schlaraffenland zu gelangen. Am Freitag reichte die Küche Forelle. Das Märchen war natürlich „Vom Fischer und seiner Frau“, in dem der Butt dem Fischer – der von seiner Frau dazu genötigt wird- immer höherwertige Wünsche erfüllt, bis diese zuletzt so mächtig werden, dass beide alles verlieren und wieder in ihrer Fischerkate hausen. 

Dazu gibt es den bekannten, sich immer wiederholenden Spruch, um den Butt an die Wasseroberfläche zu locken: „Manntje Manntje Timpe Te, Buttje, Buttje in der See, meine Frau die Ilsebill, will nicht so, wie ich wohl will.“

Diesen können auch die an Demenz erkrankten Bewohner zum Teil noch mitsprechen, auch wenn das Sprachvermögen inzwischen aufgrund der Demenz stark reduziert ist. „Man sieht an der Mimik und der Gestik sowie am Vermögen, plötzlich ruhig verweilen zu können, wo sonst eine starke Lauftendenz ausgeprägt ist, wie gut diese Reise in die Vergangenheit den Betroffenen tut“, hat Sabine van Olfen beobachtet, Leiterin der Sozialen Betreuung des Hauses. In der Kindheit wurden Märchen in der Stube erzählt, wenn es Arbeiten gab, bei denen man sitzen und erzählen konnte, oder wenn die Großmutter oder eine „Tante“ die Muße hatte, die Kinder zu hüten, also in einer heimeligen Umgebung. Erinnerungen an die Kindheit wurden dadurch geweckt. „Ein Märchen zu erzählen oder auch vorzulesen ist auf diese Art wertvolle Erinnerungsarbeit. Wichtig: Es wurde immer die Originalversion vorgetragen“, so Sabine van Olfen. 

Manchmal wurde von einem Bewohner noch das passende Lied zum Märchen angestimmt, und mit großer Freude sangen dann viele mit.

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