Direktorin Katrin Jong, Angelika Rickmann, Leiterin der Beschäftigung (von Anfang an dabei), Kerstin Pfeffer, Pflegefachkraft (seit 2002 dabei) und Hausmeister Hartmut Wresch (v.li.)
Schwedt. Als am 1. Juli im heutigen Kursana Domizil – 2005 wechselte der Betreiber - Bewohner und Mitarbeiter miteinander gefeiert haben, waren drei Mitarbeitende der ersten Stunde und des ersten Jahres immer noch dabei. So manches „Weißt Du noch?“ war zu hören. Legendär die Tatsache, dass die Ersten, wie die heutige Leiterin der Betreuung, Angelika Rickmann, ihre Arbeitsverträge im Mai 2001 noch im Bauwagen unterschrieben. Der stand dort, wo heute dank Hausmeister Hartmut Wresch das wunderschöne Außengelände ist. „Es war eine Wüste“, erinnert sie sich. Es habe auf keinen Fall so ausgesehen, als ob es am 1. Juli einer Eröffnung geben könnte.
Bis nach In München sind die Neuen damals parallel zu ihrer Arbeit für eine Ausbildung gefahren.
Stück für Stück wuchs die Zahl der Bewohner und die der Mitarbeiter an. Aktuell leben 90 Bewohner im Haus Andreas. Sie werden von 58 Pflegekräften, Betreuungsmitarbeitern und Angestellten in der Verwaltung umsorgt, 15 von ihnen sind Männer. Sechs Auszubildende gehören zur Belegschaft. Eine vom ihnen lernt gerade aus und hat ihren Arbeitsvertrag bereits unterschrieben. In den vergangenen 25 Jahren hat sich eine Menge geändert. Jede neue Pflegedienstleiterin brachte neue Ideen und Fortschritt ins Haus. Einfacher, so Rickmann, sei die Arbeit nicht geworden.
So sei die moderne IT-Technik zwar eine gute Sache, doch bis damals alle von Hand angefertigten Akten in den PC eingegeben waren, wollte so mancher verzweifeln. Die Mitarbeiter loben noch heute die Geduld ihrer damaligen Pflegedienstleiterin (PDL) Katrin Jong und der Qualitätsbeauftragten Ute Kokel aus Berlin. Andererseits müssen die Fachkräfte inzwischen viel mehr Zeit an den Computern verbringen, nimmt die Bürokratie immer mehr zu.
Was ist heute noch anders als damals? Die Bewohner, die neu ins Haus kommen, sind pflegebedürftiger als noch vor fünfundzwanzig Jahren. Die Verweildauer in der Einrichtung ist im Durchschnitt weniger als ein halbes Jahr.
Das hängt zu einem damit zusammen, dass es heute viel mehr Unterstützungsangebote als damals gibt. Wer nur zum Teil Hilfe braucht, kann sich für das Leben im Betreuten Wohnen entscheiden. Wer sein zuhause nicht verlassen will, kann die Möglichkeiten der häuslichen Pflege nutzen. Andererseits ist der Eigenanteil für die Bewohner enorm angestiegen. 3000 Euro sind die Regel geworden.
Die höhere Pflegebedürftigkeit verlangt den Pflegefachkräften und Pflegehelfern viel mehr ab als früher. Dennoch, so Direktorin Katrin Jong, die vor fünf Jahren noch PDL im Haus war, sei die Arbeit in der Pflege ein schöner Beruf. Sie kann sich keinen besseren vorstellen, wenn man gern mit Menschen arbeitet und ihnen hilft. Wo lernt man schon so viele unterschiedliche Menschen und Charaktere wirklich kennen, ergänzt sie noch. „Für Nachwuchs sind wir immer offen“, macht Jong deutlich. Es müsse nicht bei den sechs Auszubildenden bleiben.
Auch die Ansprüche an die Vielfalt und Qualität der Betreuung sind in den vergangenen fünfundzwanzig Jahren gewachsen. Das betrifft sowohl die Angebote für die ganze Gemeinschaft wie zum Beispiel Filmvorstellungen, Sportveranstaltungen oder die allseits beliebten Kutschfahrten als auch die ganz individuellen, wie die Werkstatt für die ehemals begeisterten Heimwerker oder den Mal- und Zeichenzirkel. Im Team um Angelika Rickmann haben neue Kollegen stets auch neue Ideen mitgebracht.
Am 1. Juli gab es ein großes Fest mit einer riesigen Torte und Stamm-DJ Winkler. Multiplikatoren und Kooperationspartner waren bei dem fröhlichen Zusammensein dabei.
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