18.03.2026
„Hör mal 'n beten to" mit Erika Wildgruber begeisterte Senioren
Eine unterhaltsame Lesung mit der heimatverbundenen Wedelerin bildete den Auftakt zu einer neuen Plattdeutsch-Reihe in der Residenz Wedel.
Wedel. Wenn Erika Wildgruber plattdeutsche Geschichten vorträgt, erweckt die Laiendarstellerin vom Theater Wedel die Texte mit viel Temperament zum Leben. Bei einer Lesung von unterhaltsamen Kurzgeschichten der Autoren Gerd Spiekermann, Wolfgang Sieg, Hein Timm und Hermann Bärthel verstand es die 83-Jährige, die Bewohner in der Kursana Residenz Wedel zu begeistern und mitzureißen. Die einstündige Veranstaltung bildete den Auftakt zu einem Plattdeutsch-Kreis, der künftig regelmäßig unter der Leitung von Erika Wildgruber in der Senioreneinrichtung stattfinden soll.
Plattdeutsch als Melodie aus der Kindheit
„Wenn ich eine Lesung vorbereite, kniee ich mich richtig in die Texte hinein. In den Köpfen der Zuhörer soll eine Geschichte entstehen“, sagt Erika Wildgruber, die mit der plattdeutschen Sprache als Melodie aus der Kindheit vertraut ist. Ihre Großeltern mütterlicherseits stammten aus Hetlingen und Haseldorf, deshalb wurde bei allen Familienfesten Plattdeutsch gesprochen. Die Wedelerin kam erst wieder mit der niederdeutschen Sprache in Berührung, als das Theater Wedel Ende der 1970er Jahre für plattdeutsche Stücke auf der Suche nach Darstellern war. „Plattdeutsch löst in mir Heimatgefühle aus“, sagt Erika Wildgruber, die das Wedeler Publikum in zahlreichen Theaterstücken begeistert hat. „Mittlerweile denke ich viel auf Plattdeutsch und pflege die Sprache mit Menschen, mit denen ich vertraut bin. Wir Norddeutschen machen vielleicht nicht so viele Worte, aber sie kommen von Herzen.“
Sie möchte zum Erhalt der Sprache beitragen
Beim plattdeutschen Nachmittag des Heimatbundes ist Erika Wildgruber regelmäßig mit Lesungen vertreten. Und sie beteiligt sich am plattdeutschen Gesprächskreis in Holm, wo sich Interessierte einmal im Monat zum „Schnacken“ treffen. Sie freut sich darauf, künftig auch regelmäßig für Lesungen und ein bisschen Konversation in die Residenz zu kommen. „Das Plattdeutsche muss gepflegt werden. Solange ich es kann, möchte ich etwas zum Erhalt der Sprache beitragen“, sagt sie.
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