Praxisanleiter Florian Dusch gibt sein Wissen an Auszubildende weiter und vermittelt auch Soft Skills, wie etwa Teamfähigkeit, Resilienz, Kommunikationsstärke und Empathie, die es im Umgang mit Senioren braucht.

 
03.03.2025

Mehr Zeit für effiziente Nachwuchsschulung

In Zeiten des Fachkräftemangels in der Pflegebranche ist es besonders wichtig, junge Menschen für den Beruf in einer Senioren-Einrichtung zu motivieren. Bei der Ausbildung von Nachwuchskräften kommt der Praxisanleitung, die die neuen Mitarbeitenden, darunter auch Quereinsteiger, schult und sie professionell begleitet, eine entscheidende Rolle zu. In der Kursana Villa Wiesbaden hat Florian Dusch als Praxisanleiter Verantwortung übernommen. Der 52-Jährige ist an zwei Tagen in der Woche für die Förderung der Auszubildenden freigestellt und gibt der nächsten Generation von Pflegekräften fachliche Kompetenz und Herzlichkeit mit auf den Weg.

Wiesbaden. Nach vielen beruflichen Stationen in der Krankenpflege hat Florian Dusch mit Blick auf die vielseitigen Aufgaben in der Kursana Villa das Gefühl: „Ich bin angekommen." Er spüre einen großen Rückhalt von der Direktorin und der Pflegedienstleitung und arbeite in einem tollen Team. Ganz anders als in anderen Pflegebereichen, wo jede Minute zähle und man schnell unterwegs sein müsse, habe er bei Kursana Zeit für die effiziente Nachwuchsschulung.
„Ich kann hier mit den Auszubildenden, so wie es sein sollte, alles Wichtige besprechen, mit ihnen praktisch üben und auf ihre individuelle Situation eingehen.“ Damit meint Florian Dusch auch die Sprachkenntnisse. „Alle sind herzensgut und bemüht, aber manchmal verstehen sie die Herausforderungen und Lernaufgaben seitens der Pflegeschule nicht. Das klären wir.“ Da das Team der Pflege und die angehenden Fachkräfte aus verschiedenen Kulturen und Nationen kommen, hält es der Praxisanleiter für entscheidender denn je, „dass alle verstehen, um was es geht“. Manchmal sei es so wie in der Schule, „da erkundige ich mich lieber zweimal, ob die Frage richtig verstanden wurde. Wir haben den großen Vorteil, dass wir in der Kursana Villa personell besser ausgestattet sind. Niemand muss wie am Fließband etwas produzieren. Anders als in einem Krankenhausbetrieb haben wir hier das Privileg, die Auszubildenden mit mehr Zeit in der Praxisanleitung intensiv zu schulen. Das kommt dem Team und am Ende den Bewohnerinnen und Bewohnern zugute“, so der examinierte Krankenpfleger.
Zum Team der Kursana Villa in der Mosbacher Straße gehört Florian Dusch seit rund zehn Jahren. Als er Anfang der 1990er Jahr nach der Schulzeit vor der Berufswahl stand, interessierte er sich eigentlich mehr für Grafikdesign als für eine soziale Aufgabe, bei der er so nah mit Menschen arbeitet. Doch nach einem Vorstellungsgespräch in einem Krankenhaus, wurde ihm sofort ein Ausbildungsplatz in der Pflege angeboten. „Nach ein paar Wochen spürte ich schon, das ist genau das Richtige für mich. Die Arbeit mit Menschen insbesondere mit Älteren fand ich echt interessant und herausfordernd. Ich war auch neugierig auf die Anatomie und Wissenschaft.“
Der Beruf hat ihn nie losgelassen, denn die Betreuung und Fürsorge von Senioren war für Florian Dusch immer mehr als nur ein Job, der aufgrund der demografischen Entwicklung eine sichere Zukunft bietet, sondern er sieht darin eine Berufung mit großer Sinnhaftigkeit. Beruflich hat er ein paar Umwege eingeschlagen, die ihm wichtige Lebenserfahrungen brachten. Nachdem er eine Zeitlang in einer Senioreneinrichtung sieben Tage die Woche im Nachtdienst gearbeitet und in einem Krankenhaus auf der „Stroke Unit-Station“ Menschenleben gerettet hatte, entschied er sich, das Fachabitur nachzuholen, studierte später Grafikdesign/Mediendesign und kehrte dann aber zurück in die Pflege, um sich für Senioren zu engagieren.
Florian Dusch fungiert als Vertrauensperson und Motivator, der seine Schützlinge anleitet und auch ermutigt, selbstbewusst Verantwortung zu übernehmen. Seine Rolle empfindet er nicht nur als die eines Lehrenden, sondern auch als die eines Lernenden, denn jede Generation von Auszubildenden bringe neue Perspektiven, Fragen und Anregungen mit, die auch erfahrene Pflegekräfte bereicherten. Seine Arbeit in der Kursana Villa sieht er als „Mehrgenerationenjob“ – auf der einen Seite der Nachwuchs, die Jüngeren, auf der anderen Seite die Senioren, von denen manche über 100 Jahre alt sind. „Das hält mich jung“, sagt der Praxisanleiter.

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