Hörbuchsprecher Jürgen Fritsche beeindruckte die Senioren mit ausgewählten Wiesbadener Geschichten aus dem Buch „Täglich 67 Grad – Wiesbadener Erinnerungen“.
Wiesbaden. Die legendäre Taunusstraße präsentiert sich wie ein städtebauliches Band, das den Wandel Wiesbadens zwischen Tradition und Moderne verkörpert. Hörbuchsprecher Jürgen Fritsche begeisterte sein Publikum im vollbesetzten Saal der Kursana Villa mit souveräner Sprachgestaltung, atmosphärischer Präsenz und mit Geschichten, Anekdoten und Zeitzeugenberichte aus dem Buch.
Das von „cicero Agentur & Verlag“, selbst mit Sitz in der Taunusstraße, 2019 anlässlich des 200-jährigen Jubiläums dieser traditionsreichen Wiesbadener Achse veröffentlichte Werk, berichtet von der Geschichte, erzählt Geschichten und zeigt rund 900 historische Abbildungen, Karten und Fotografien aus dem Wiesbadener Stadtarchiv sowie aus der privaten Sammlung des Historikers Detlev Schaller.
Die Senioren in der Kursana Villa und viele Gäste erfuhren bei der Lesung viel über die Entwicklung der Straße, die sich vom mondänen Kurviertel des 19. Jahrhunderts zu einem lebendigen urbanen Mikrokosmos gewandelt hat. Die Buchvorstellung war eine nostalgische Reise, die die Gegenwart der Stadt im Spiegel ihrer Vergangenheit reflektierte.
„Täglich 67 °C. Wiesbadener Erinnerungen. Taunusstraße, Kochbrunnen und Kureck“ ist eine Hommage an die Landeshauptstadt, ihre Quellen und die Menschen. Das Werk gibt nicht nur einen historischen Rückblick, sondern baut eine Brücke zwischen Herkunft und Zukunft. Der Titel des Buches ist mehr als eine Temperatur. Er steht symbolisch für die konstante Wärmequelle, die seit Jahrhunderten den Rhythmus und die Geschichte Wiesbadens mitprägt – die Thermalquellen rund um den Kochbrunnen, die mit bis zu 67°Grad Celsius zu den heißesten Quellen Europas zählen. Ihre Wärme speist seit der Römerzeit nicht nur Bäder und Brunnen, sondern ist auch Energiequelle für eine Vielzahl an sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen der Stadt.
Die Lesung in der Kursana Villa ließ historische Anekdoten über lokales Gewerbe, traditionsreiche Kontore, verschwundene Gasthäuser und andere Elemente eines vielschichtigen Stadtraums wieder lebendig werden. Dabei zeigte sich, dass Erinnerungen kein statisches Archiv sein müssen, sondern – wie in der Kursana Villa erlebt – im Dialog mit der älteren Generation als aktiver Prozess verstanden werden können.
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