Die Leidenschaft fürs Stricken verbindet die Bewohnerinnen Elsbeth Tilge (l.) und Lieselotte Kalbe mit ihrer neuen Leiterin der Handarbeitsgruppe Angelika Grawunder (Mitte).
Hamburg. Als Pflegekraft Angelika Grawunder 2024 nach 25 Arbeitsjahren in der Kursana Residenz Hamburg in den Ruhestand ging, schwang Wehmut mit. „Ich habe immer mit viel Herzblut gepflegt, und so ist über die vielen Jahre zu manchen Bewohnerinnen ein nahezu freundschaftliches Verhältnis entstanden“, sagt die 66-Jährige. „Deshalb habe ich mich sehr gefreut, als ich im April dieses Jahres die Leitung der Handarbeitsgruppe von meiner Vorgängerin Marlen Rudolph übernehmen konnte. Die meisten teilnehmenden Bewohnerinnen kenne ich von früher, zudem ist Handarbeiten meine private Leidenschaft.“
Die ausgebildete Arzthelferin ist erst mit 40 Jahren beim ambulanten Dienst in der Residenz eingestiegen. Sie übernahm die Pflege der Bewohner in den Appartements und baute bald darauf zusammen mit einer Kollegin die Tagesbetreuung für demenziell erkrankte Senioren im Haus auf. Im gemütlich eingerichteten Wohnzimmer wurde gemeinsam Gedächtnistraining und Gymnastik gemacht, gebastelt, gespielt, gesungen und geklönt. „Das war eine wunderbare Zeit“, sagt Angelika Grawunder. „Die Freude der Menschen zu erleben, hat mir viel gegeben.“
Ihre persönliche Kraftquelle fand Angelika Grawunder beim Camping in Süssau am Ostseestrand, wo sie viel Zeit mit ihrer Familie und Freunden verbringt. Den Minijob kann sie im Sommer flexibel gestalten, damit in den Ferien Zeit für die Tochter und die beiden Enkeltöchter bleibt. Von Oktober bis April ist sie immer mittwochs von 14.30 bis 17 Uhr bei ihren 22 Handarbeitsdamen und organisiert den Verkauf der selbst gemachten Strickwaren auf dem alljährlichen Herbstbasar. „Vom Erlös kaufen wir neue Wolle. Viele unserer Schals, Mützen, Handschuhe und Socken werden auch für ein Obdachlosenprojekt und Kinder in Rumänien gespendet“, erzählt Angelika Grawunder. „Gemeinsam probieren wir immer neue Strickmodelle aus, helfen uns gegenseitig und pflegen ein herzliches Miteinander. Es tut mir gut, als Rentnerin immer etwas um die Ohren zu haben.“
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