Shuttle-Service an Streiktagen im ÖPNV: Haustechniker Günter Stöcker springt für das Personal als Busfahrer ein.

 
27.04.2026

„Wenn die ÜSTRA streikt, fährt Günter vor“

Ein Streik im Öffentlichen Personennahverkehr sorgt in der Kursana Villa Hannover für keinerlei Probleme: Auch jetzt ist Haustechniker Günter Stöcker wieder als Busfahrer eingesprungen und hat für das Personal einen Shuttle-Service angeboten.

Hannover. Gute Laune im hauseigenen Bus: Ein Streik im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bringt in der Kursana Villa Hannover niemanden aus der Fassung. Wenn keine Busse und Bahnen fahren, können selbst Mitarbeitende gelassen bleiben, die auf den ÖPNV angewiesen sind. Möglich macht das der Haustechniker der Senioreneinrichtung: Günter Stöcker ist auch jetzt wieder als Busfahrer eingesprungen und hat für das Personal einen Shuttle-Service angeboten.

„Wenn die ÜSTRA streikt, fährt Günter vor“, sagt Kursana-Mitarbeiter Hannes Schwarz und grinst. Der stellvertretende Direktor geht sogar noch einen Schritt weiter: Wenn im ÖPNV gestreikt werde, sei das für die Mitarbeitenden sogar ein Anlass, sich auf Busfahrer Günter zu freuen.

Es ist auch nicht das erste Mal, das der Haustechniker einen Shuttle-Service anbietet: „Dieses Ritual begleitet uns nun schon das vierte Jahr und hat sich fast schon zu einer liebgewonnenen Routine entwickelt“, sagt Kursana-Mitarbeiter Schwarz. Wie schon bei den vorangegangenen Streiks sei beim Villa-Personal die Gelassenheit auch jetzt wieder unerschüttert geblieben.

„Unser Haustechniker ist an Streiktagen nicht zu ersetzen“, betont Schwarz. Schon ab etwa 5 Uhr mache er sich früh am Morgen mit dem hauseigenen Kursana-Bus auf den Weg: „Erst holt er die Frühdienstler von zu Hause ab und bringt sie sicher zur Kursana Villa. Danach bringt er den Nachtdienst nach Hause“, berichtet Schwarz. Anschließend sammele Busfahrer Stöcker auch den Tagdienst ein. „Zur Mittagszeit findet dann die nächste Tour statt, um den Spätdienst gesund und glücklich zur Arbeit zu fahren“, beschreibt Kursana-Mitarbeiter Schwarz den ersten Teil des Shuttle-Modells.

Damit ist für den Haustechniker nämlich noch lange nicht Schluss: Sobald die Frühschicht beendet ist und die Übergabe zwischen Früh- und Spätdienst stattgefunden hat, bringt Busfahrer Günter die Frühdienstler auch wieder nach Hause. „Und wenn unser Günter wieder mit dem Bus auf dem Hof vorfährt, stehen schon die Tagdienst-Mitarbeitenden im Innenhof zur Abholung bereit“, berichtet Schwarz. Anschließend gönne sich der Haustechniker aber eine kurze Pause, bevor er am Abend zunächst den Nachtdienst einsammele und anschließend den Spätdienst nach Hause fahre. „Am nächsten Morgen geht es dann wieder pünktlich um 5 Uhr weiter“, so Schwarz.

Für das Personal ist der Shuttle-Service ein echter Volltreffer: Für einen reibungslosen Ablauf tragen sich alle, die abgeholt werden müssen, in eine Liste ein. So lasse sich für jede Fahrt eine sinnvolle Tour mit möglichst kurzen Wege planen, erläutert der stellvertretende Direktor das Prinzip. „Wir sind wirklich glücklich, dass Herr Stöcker die Planung unterstützt“, sagt Schwarz. So lasse sich auch in Streikzeiten in der Kursana Villa ein reibungsloser Betriebsablauf aufrecht erhalten. „Gemeinsam schaffen wir das - mit einem Lächeln, einer Prise Humor und der Zuversicht, dass alles klappt“, berichtet Schwarz.

Von der Kursana-Direktorin Maren Landow-Hollstein gibt es für den Haustechniker jede Menge Lob: „Für diesen wertvollen Einsatz bedanke ich mich wirklich ausdrücklich“, sagt die Direktorin. Busfahrer Günter bleibt aber bescheiden: „Das ist für mich selbstverständlich, so etwas zu machen, damit in der Kursana Villa der Ablauf gewährleistet ist“, sagt er.

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