Zwei, die sich gut verstehen: Pflegefachkraft Katja Raudzus (r.) mit Bewohnerin Edelgard Homann.
Reinbek. Als Katja Raudzus Anfang Oktober als Pflegefachkraft in der Kursana Villa Reinbek mehr Verantwortung übernehmen durfte, ging ein Herzenswunsch der 41-Jährigen in Erfüllung. „Ich brauche immer Input und habe mir schon lange gewünscht, mehr über die Pflege zu lernen“, sagt die Wahl-Reinbekerin, die 2014 als Pflegehelferin in der Senioreneinrichtung gestartet ist. „Doch mit zwei kleinen Kindern muss der Alltag gut organisiert werden. Dank der Unterstützung durch meine Familie und dem Team habe ich die dreijährige Ausbildung machen können und dabei meinen Ehrgeiz entdeckt: Ich möchte hier im Haus gern noch weitere Karriereschritte gehen.“
Katja Raudzus ist nach ihrer Ausbildung zur Dekorateurin in Cottbus an den Stadtrand Hamburgs gezogen, um in einem großen Möbelhaus zu arbeiten. Nach der Geburt ihres ersten Kindes wollte sie sich beruflich umorientieren und begann, als Haushaltshilfe bei einem ambulanten Pflegedienst zu arbeiten. Auf gut Glück bewarb sie sich als Pflegehelferin in der Villa in direkter Nähe ihrer Wohnung und der Kita. „Ich wusste gleich am Probetag, dass die Pflege meine Berufung ist“, sagt sie. „Ich bekomme bei dieser sinnvollen Tätigkeit so viel Herzlichkeit von den Bewohnern zurück. Bei Engpässen in der Betreuung durfte ich sogar meinen Sohn stundenweise zur Arbeit mitbringen. Die Kollegen und die Senioren haben ihn sofort ins Herz geschlossen.“ Nach der Elternzeit für ihren zweiten Sohn kehrte Katja Raudzus auf ihren Arbeitsplatz auf dem geschützten Wohnbereich für demenziell Erkrankte zurück. Vier Wochen nach seiner Einschulung konnte sie dank Förderung durch das Arbeitsamt ohne Verdiensteinbußen die Fachkraftausbildung beginnen.
„Ich wollte diese Chance optimal nutzen“, erklärt Katja Raudzus ihren Abschluss als Klassenbeste. „Und mir war nach den Erfahrungen im Krankenhaus, in der Psychiatrie, der Kinderpflege und beim ambulanten Dienst klar, dass ich in die stationäre Altenpflege gehöre. Hier kann ich meine Bewohner in familiärer Atmosphäre liebevoll bis an ihr Lebensende begleiten.“ Mit Unterstützung ihres Teams wächst sie derzeit in ihr neues Aufgabenfeld hinein. Und entwickelt bereits Pläne für die Zukunft. „Ich kann mir vorstellen, mich in zwei Jahren zur Fachkraft für Gerontopsychiatrie oder Palliative Care weiterzubilden. Und ich möchte später auch gern als Wohnbereichsleiterin Verantwortung übernehmen.“
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