Doris Machinski macht im Kursana Domizil einen Erfrischungsdrink für einen heißen Sommertag fertig. Serviert wurde Gurkenwasser.

 
20.08.2026

Coole Drinks und schöne Erinnerungen im Erzählcafé

Wenn die Temperaturen – so wie bei der Hitzewelle der vergangenen Tage – auf bis zu 40 Grad steigen, braucht es manchmal wenig für einen guten Sommermoment: Ein gemütliches Plätzchen auf der schattigen Terrasse, ein kühles Getränk und ein paar Menschen für gute Gespräche. Das erleben die Senioren im Kursana Domizil in der Hagenstraße beim Erzählcafé, zu dem sich man sich gern im Grünen trifft.

Alzey. Im Erzählcafé des Kursana Domizils wird der außergewöhnliche Sommer immer wieder zum Gesprächsthema. Die Senioren reden über die Hitzewelle, ihre Folgen und tauschen sich aus, welches Rezept gegen die hohen Temperaturen wirksam ist. Dabei fragen sich viele, hatten wir früher jemals solch heiße Sommer mit vielen Wochen ohne Regen? Schnell kommen der beliebte Entertainer Rudi Carrell und sein Hit aus dem Jahr 1975 „Wann wird's mal wieder richtig Sommer?“ ins Spiel. Diese Frage können die Senioren mit Blick auf die Monate von Juni bis August relativ leicht beantworten: 2026. „Wir mussten mit dem Wasser sparsam sein, die Sonne knallte ins Gesicht, da brauchte man die Sauna nicht“, sang der Showmaster einst und heute wissen alle, wie sich das anfühlt.

Wenn die Senioren im Erzählcafé zusammenkommen, stehen immer Wasser und besondere Erfrischungsgetränke auf dem Tisch, die selbst hergestellt werden. Auch die Kreativität der Senioren spielt eine wichtige Rolle. Die Drinks werden oftmals selbst zubereitet. Die Älteren bringen ihr Erfahrungen und Vorlieben ein. Beim jüngsten Treffen gab es Gurkenwasser. Ein paar Scheiben Salatgurke, ein Glas Sprudelwasser – fertig ist das Rezept, das an diesem Sommer für Erfrischung sorgt. Gurkenwasser klingt unspektakulär. Genau darin liegt der Punkt. Kein Aufwand, keine Zutatenliste, keine Technik. Nur eine Idee, die funktioniert und das sprudelnde Gurkenwasser schmeckt 

Der laue Sommerwind trägt die Gedanken der Senioren in ihre Kindheit und in die schönste Zeit des Jahres: Sechs Wochen Ferien. Die Erinnerungen zeigen, wie unterschiedlich Kindheit und Ferien früher aussahen. Für manche bedeuteten die langen Ferien vor allem Freiheit und Freibad. Andere sollten schon als Kinder in der Landwirtschaft mitarbeiten. „Da war nichts mit Ausruhen, wir mussten auf dem Feld helfen“, erzählt Doris Machinski. Erika Pfaff verbindet ihre Sommerferien dagegen mit dem Freibad. Sie erinnert sich daran, dass sie täglich schwimmen ging.

Gerade solche Geschichten machen das Erzählcafé lebendig und zeigen, wie unterschiedlich Generationen und Familien mit derselben Jahreszeit gelebt haben. Was die Kinder von heute „chillen“ nennen, hieß für die einen Erholung – für die anderen: Mitarbeit auf dem Hof, das war früher selbstverständlich und wurde ohne Widerspruch hingenommen.

Die Senioren hören einander zu, ergänzen eigene Erfahrungen, entdecken Gemeinsamkeiten und manchmal auch Besonderheiten oder Brüche zwischen den Generationen. Für das Kursana-Team der Sozialen Betreuung eröffnet die Gesprächsrunde auf der Terrasse einen einfachen, zugleich fachlich interessanten Zugang zu biografischer Arbeit. Es geht weniger darum, Vergangenheit möglichst vollständig abzurufen. Entscheidend ist, welche Geschichten heute Bedeutung gewinnen und wie die Gruppe daran anknüpft. Die Plauderrunde im Kursana Domizil fördert die kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten, die die Lebensqualität im Alter verbessern. Und manchmal beginnt ein gutes Gespräch mit einer Gurkenscheibe im Sprudelwasser.

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